ALBTRÄUMER

Starke Jugend

Immer wieder stehen Kinder und Jugendliche im Fokus der Filmemacher*innen. Sie zeigen rebellische, aufmüpfige Teenager, die gegen die Eltern aufbegehren. Andere ziehen sich, geprägt von den häuslichen Gegebenheiten, zurück in eine innere Traum- oder Fantasiewelt. Erzählt werden Geschichten, die typisch sind für dieses Alter und all die Unwägbarkeiten, die diese Phase der Selbstfindung mit sich bringt wie erste Liebe, Mobbing, Drogen und Zwist mit den Eltern. Gezeigt werden aber auch Schicksale von Kindern, die in jungen Jahren ihr Leben selbst in die Hand nehmen müssen. Diese Filme repräsentieren die starke Jugend beim Home of Films, bei den diesjährigen 54. Internationalen Hofer Filmtagen 2020.

Eine Auswahl der Filme:

ALBTRÄUMER
Regie: Philipp Klinger (Deutschland 2020)
Die 17-jährige Rebekka fühlt in ihrer heilen Dorfwelt seit dem Suizid ihres Bruders eine tiefe Leere. Über dessen besten Freund, Außenseiter Vincent, findet sie endlich einen Zugang zu ihrem Schmerz. Gegen den Widerstand ihrer Eltern entspinnt sich eine Liebesbeziehung, die gleichermaßen heilsam wie zerstörerisch ist. Als die Lage eskaliert, muss Rebekka den Ausbruch wagen, um sich selbst zu finden.
Mit Sarah Mahita, Béla Gabor Lenz, Stephan Szász, Birge Schade

ETUDE #2
Regie: Andrey Burmistrov (Russland 2020)
Der kleine Sasha wächst in einem Waisenhaus auf und wartet darauf, dass seine Mutter ihn endlich holen kommt. Eines Tages hört er im Radio ein Stück des Pianisten Sergei Rachmaninow – er ist so fasziniert von der Musik, dass er sich entschließt, sich selbst das Pianospielen beizubringen.
Mit Denis Kryukov, Eva Milgram, Andrey Malov, Dmitry Arkhangelsky

FREAK CITY
Regie: Andreas Kannengießer (Deutschland 2020)
Der 15-jährige Mika hat heftigen Liebeskummer. Bis er auf Lea trifft – denn die ist geheimnisvoll. Und total taub. Um seine Ex-Freundin Sandra zu beeindrucken, macht sich Mika an die smarte „Behinderte“ ran. Doch Lea hat keinen Platz für hörende Jungs in ihrem Schneckenhaus. Mikas alte Freunde verstehen ihn auch bald nicht mehr. Jeder andere würde aufgeben, doch Slo-Bro Mika beisst sich durch. – Eine Verfilmung des Jugendromans von Kathrin Schrocke.
Mit Luke Piplies, Dana Cērmane, Julia Müller, Sophia Schilling

HERE WE ARE
Regie: Nir Bergman (Israel, Italien 2020)
Aharon hat sein Leben der Erziehung seines Sohnes Uri gewidmet. Die beiden leben zusammen in einer sanften Routine, fernab der wirklichen Welt. Aber Uri ist autistisch und jetzt, als junger Erwachsener, könnte es für ihn an der Zeit sein, in ein Wohnheim zu ziehen. Auf ihrem Weg zur Einrichtung beschließt Aharon, mit seinem Sohn zu fliehen. Sie machen sich auf die Reise, da Aharon weiß, dass Uri noch nicht bereit ist für eine Trennung. Die Reise der beiden wird ihr Leben verändern.
Mit Shai Avivi, Noam Imber

PLATZSPITZBABY
Regie: Pierre Monnard (Schweiz 2020)
Frühling 1995: Nach der Auflösung der offenen Drogenszene in Zürich ziehen die elfjährige Mia und ihre Mutter Sandrine in ein verschlafenes Städtchen im Zürcher Oberland. Die anfängliche Idylle endet schnell als alte Freunde auftauchen und Sandrine rückfällig wird. Mia flüchtet sich in eine Traumwelt und schmiedet fantastische Pläne für ein Inselleben mit ihrer Mutter, fernab der Drogen. In einer neuen Freundesclique findet Mia bald eine Art Ersatzfamilie und immer mehr auch die Kraft, sich gegen ihre alles beherrschende Mutter aufzulehnen.
Mit Luna Mwezi, Sarah Spale, Anouk Petri, Delio Malär

RIVALE
Regie: Markus Lenz (Deutschland, Ukraine 2020)
Nach dem Tod seiner Großmutter gibt es in dem ukrainischen Dorf niemanden mehr, der sich um den 9-jährigen Roman kümmern kann. Seine Mutter Oksana arbeitet als illegale Pflegekraft in Deutschland. In einem Lieferwagen versteckt reist Roman ihr nach, aber Oksana ist nicht allein. Sie lebt inzwischen mit dem Witwer der von ihr gepflegten Frau zusammen. Eine dramatische Dreiecksbeziehung beginnt, getrieben von Abhängigkeit, Liebe und Eifersucht.
Mit Yelizar Nazarenko, Maria Bruni, Udo Samel

SLALOM
Regie: Charlène Favier (Frankreich 2020)
Lyz, 15, wird in die angesehene Ski-Sektion des Sportgymnasiums Bourg-Saint-Maurice aufgenommen. Fred, ehemaliger Meister und jetzt Trainer, hat beschlossen alles auf seine Neuentdeckung zu setzen. Mitgerissen von Freds Unterstützung, stürzt sie sich mit Feuereifer in das Training und erlebt einen Erfolg nach dem anderen. Langsam gerät Lyz vollständig unter Freds Einfluss. Gibt ihr die unbändige Energie der Jugend die Kraft, ihre Freiheit zurückzugewinnen?
Mit Noée Abita, Jérémie Renier, Marie Denarnaud, Muriel Combeau

THOMAS, DER HOCHSPRINGER
Regie: Leri Matehha (Deutschland 2020)
Thomas, ein junger Mann, führt mit seiner Mutter ein isoliertes Leben in einem Sportinternat. Die einzige Berührung mit der Außenwelt ist die artifizielle Welt des Sports. Das Leben ist geprägt von emotionsloser Disziplin, sowie verqueren sozialen Regeln. Um ihren Sohn zum Leistungssportler zu machen bindet sie Thomas an den narzisstischen Trainer Frank. Seine alternativen Trainingsmethoden helfen Thomas den monotonen Alltag der Disziplin zu entfliehen und das mütterliche Kontrollregime fängt an zu bröckeln.
Mit Alexandra Finder, Max Poerting, Zhenja Isaak, Kelvin Kilonzo

TOPRAK – SOIL
Regie: Sevgi Hirschhäuser (Türkei, Deutschland 2020)
Der jugendliche Waise Burak lebt mit seinem Onkel Cemil in einem kleinen türkischen Dorf. Während der religiöse Cemil mit dem Leben in Armut zufrieden scheint, will Burak gerne das Dorf gen Universität verlassen. Als Buraks Großmutter krank wird, müssen er und sein Onkel beide schwere Entscheidungen treffen, die ihr Leben für immer verändern werden.
Mit Numan Cakir, Burak Aydin, Emine Anil