Der GRANIT - Hofer Dokumentarfilmpreis 2020 geht an KÖNIG BANSAH UND SEINE TOCHTER von Agnes Lisa Wegner.

GRANIT Hofer Dokumentarfilmpreis geht an Agnes Lisa Wegner für KÖNIG BANSAH UND SEINE TOCHTER

Aus der Jurybegründung: „Wir leben in einer Zeit der großen Verunsicherung. In dieser Zeit, wo vieles droht auseinander zu fallen, sind für uns zwei Filme aus dem Programm hervorgestochen, die von Zusammenhalt und Tradition im Hier und Jetzt erzählen. Eine lobende Erwähnung möchten wir für den Film »Haldern Pop – Dorf mit Festival« von Monika Pirch aussprechen. Die Filmemacherin fängt das Engagement der Dorfgemeinschaft, die ihre Schützentradition mit der internationalen Popkultur vereint, eindrucksvoll ein. Der Film hat uns berührt, denn er zeigt wie durch jahrzehntelanges Engagement scheinbare Widersprüche überwunden und große Träume verwirklicht werden können.“

„Der GRANIT – Hofer Dokumentarfilmpreis 2020 geht an einen Film, der auf überraschende Art und Weise mit vielen Klischees bricht. Die Protagonistin des Films steht vor der großen Herausforderung in die traditionellen Fußstapfen ihres Vaters zu treten und gleichzeitig ein modernes selbstbestimmtes Leben zu führen. Dabei wird vom Dilemma einer jungen deutschen Frau erzählt, die sich gegen rassistische Vorurteile behaupten muss und handelt von ihrer Suche nach neuen zeitgemäßen Rollenbildern. Ihr Vater, König in Ghana und KFZ-Mechaniker in Ludwigshafen, ist Sympathieträger und Vorbild, der sich selbstbewusst zwischen zwei Kulturen und Lebensentwürfen bewegt. Doch die Tochter will keine Prinzessin sein und sich trotzdem ihrer Verantwortung als Thronfolgerin stellen. So wird aus einer zunächst klassisch erzählten Geschichte eine Parabel von Rollenklischees und Rollenfindung, die neue Perspektiven eröffnet, um Stereotype und Klischees abzubauen. Komplexe Themen, wie Identität und Heimat werden so auf unterhaltsame Art für ein größeres Publikum aufbereitet, das wir dem Film sehr wünschen.“ Angela Christlieb, Markus Mörth, Britta Schöning (Jury)

Agnes Lisa Wegner wurde 1976 in Worms geboren. Sie studierte Amerikanistik in Frankfurt am Main, sowie Nordamerikastudien, Filmwissenschaft und Germanistik an der FU Berlin. Nachdem sie einige Zeit als Produktionsassistentin gearbeitet hatte, ist sie nun vorrangig als Regisseurin tätig.

Die in Hof ansässige Hermann und Bertl-Müller-Stiftung vergibt den mit 7.500 Euro dotierten Preis seit 2015 für den besten abendfüllenden Dokumentarfilm aus deutscher Produktion.