52. Internationale Hofer Filmtage - Retrospektive BARBET SCHROEDER

Die Retrospektive der 52. Internationalen Hofer Filmtage ist dem Alt-Meister des französischen Kinos, Barbet Schroeder, gewidmet. Seine Weggefährten waren Claude Chabrol, Jaques Rivette und François Truffaut, vor allem aber mit Eric Rohmer verband ihn eine lebenslange Freund- und Partnerschaft. 1962 gründeten sie zusammen die bis heute agierende Produktions-, Filmverleih- und Weltvertriebsfirma Les Films du Losange, in der sowohl eigene Filme wie auch die anderer Regisseure entstehen.

„Es freut mich ganz besonders, dass wir diesem Regisseur von internationalem Ruhm die diesjährige Retrospektive widmen und einen Ausschnitt aus dem umfangreichen Werk von Barbet Schroeder bei den Filmtagen zeigen zu können. Es ist mir eine große Ehre, dass er seine Filme persönlich in Hof vorstellen wird.“ Thorsten Schaumann, Künstlerischer Leiter

Barbet Schroeder begann seine Karriere zunächst als Produzent der Filme von Eric Rohmer, realisierte 1969 seinen ersten Spielfilm als Regisseur, „Gier nach Lust“, und wurde international bekannt mit dem Film „Die Affäre der Sunny von B“, in dem er den angeblichen Mord von Claus von Bülow an seiner Frau Sunny beleuchtete. Hauptdarsteller Jeremy Irons wurde 1991 dafür mit dem Oscar® als bester Darsteller ausgezeichnet. Den internationalen Durchbruch hatte Barbet Schroeder im darauffolgenden Jahr mit dem Psychothriller „Weiblich, ledig, jung sucht …“ mit Bridget Fonda und Jennifer Jason Leigh in den Hauptrollen.

Schroeders Schaffen umfasst ein beachtliches, vielfältiges Werk, arbeitet er doch seit seinen Anfängen kontinuierlich als Produzent, Regisseur, Drehbuchautor und gelegentlich auch als Schauspieler wie in „Die Bartholomäusnacht“ seines Landsmannes Patrice Chéreau, in „Mars Attacks!“ von Tim Burton und „Darjeeling Limited“ von Wes Anderson. Schon in frühen Jahren hat Schroeder auch immer wieder Dokumentarfilme gedreht, ob über den ugandischen Diktator Idi Amin (Hof 1974) oder den Schriftsteller Charles Bukowski oder den umstrittenen französischen Anwalt Jacques Vergès, den er in dem viel beachteten Film „Im Auftrag des Terrors“ portraitierte. Erst im vergangenen Jahr zeigten die Hofer Filmtage seinen Film „Le Vénérable W.“ über einen einflussreichen Mönch in Myanmar, über den alltäglichen Rassismus, wie Islamophobie und Hasstiraden Gewalt und Zerstörung hervorbringen. Dabei ist Myanmar ein Land, in dem 90 Prozent der Einwohner Buddhisten sind, Anhänger einer Religion, die sich auf Frieden, Toleranz und Gewaltlosigkeit beruft.

Die Werkschau umfasst die Filme:

General Idi Amin Dada
1974, Dokumentarfilm

Maitresse
1975, Spielfilm, mit Bulle Ogier und Gerard Depardieu

The Charles Bukowski Tapes
1982-84, (50 x 4 Minuten Video)

Barfly („Szenen eines wüsten Lebens“)
1987, Spielfilm, mit Mickey Rourke und Faye Dunaway

Reversal of Fortune („Die Affäre der Sunny B.“)
1990, Spielfilm, mit Glenn Close, Jeremy Irons und Ron Silver

Single white female („Weiblich, ledig, jung sucht …“)
1990, Spielfilm, mit Bridget Fonda und Jennifer Jason Leigh

Before and after („Davor und danach“)
1995, Spielfilm, mit Meryl Streep und Liam Neeson

Our lady of the assassins („Die Madonna der Mörder“)
2000, Spielfilm, mit German Jaramillo

Mad Men „The Grown ups“
2009, Fernsehserie, 3. Staffel, Folge 12, mit Jon Hamm

Amnesia
2014, Spielfilm mit Marte Keller und Max Riemelt

The venerable W.
2016, Dokumentarfilm