52. Internationale Hofer Filmtage - Dokumentarfilme

22Dokumentarfilme machen dieses Jahr das Programm der 52. Internationalen Hofer Filmtage aus. Im Fokus steht der Mensch mit all seinen Facetten – als emotionales, verwundbares Individuum und als politischer, selbstherrlicher Bewohner eines Erdballs, dessen rasante gesellschaftliche wie ökologische Entwicklungen in Frage gestellt werden. Sie beschäftigen sich mit der Frage, wie der Mensch bis ins hohe Alter seine Träume verfolgt und aus welchen Elementen sich diese Träume zusammensetzen. Verortet werden diese Beobachtungen sowohl in den kleinräumigen Rahmen eines Familienbunds als auch in einen umfassenden, globalen Kontext.

Wir möchten Ihnen gerne eine Auswahl der Dokumentarfilme vorstellen:

#WIDERSTAND
Regie: Britta Schoening
Helene, 19, lebt solidarisch zusammen mit 400 Geflüchteten im besetzten Hotel City Plaza in Athen. Ingrid, 23, ist Anhängerin der neurechten Identitären Bewegung in Wien, die gegen „Masseneinwanderung und Islamisierung“ propagiert. Aicha, 18, ist muslimische Poetry Slammerin beim Verein „i,Slam“ und stellt sich in ihren Texten der Diskriminierung. Alle drei Frauen sind auf der Suche nach Identität und Zugehörigkeit und finden sie in jeweils anderen Extremen.

A BRIGHT LIGHT – KAREN AND THE PROCESS
Regie: Emmanuelle Antille
Der Film folgt dem Weg der Kultsängerin Karen Dalton und nimmt uns mit auf ein atemloses und faszinierendes Road Trip durch die USA.
Wir begeben uns auf die Suche nach einer der erstaunlichsten Stimmen der 1960er Jahre, die in der New Yorker Szene eine kurze Zeit des Erfolgs genoss und von Musikern wie Bob Dylan geschätzt wurde. Dem breiten Publikum aber blieb Karen Dalton unbekannt, bis jetzt.

BEYOND THE WAVES
Regie: Alain de Halleux
Wenn der Japaner Taro Yamamoto plötzlich aufwacht, dann können das andere Menschen auch! Taro war als Schauspieler vor allem bekannt für seine Auftritte in Fernseh-Talkshows und führte ein lässiges Leben – bis ihn eines Tages im März 2011 eine Flutwelle aufweckte, die die Welt verändern sollte. Mit 666.000 Stimmen zum Senator gewählt, wurde ihm klar, dass von Seiten der Regierung absolut nichts für die Opfer von Fukushima getan wurde. Also schrieb er einen Brief an den Kaiser. So etwas ist in Japan verboten!

DE CHAQUE INSTANT
Regie: Nicolas Philibert
Jedes Jahr beginnen in Frankreich mehrere tausend Studenten eine Ausbildung in der Krankenpflege. Der Film folgt den Höhen und Tiefen einer Ausbildung, die oft sehr junge Menschen sehr früh mit menschlicher Zerbrechlichkeit, Leid, Krankheit und den Schwächen der Seele und des Körpers konfrontiert.

DER ILLEGALE FILM
Regie: Martin Baer und Claus Wischmann
Seit es Menschen gibt, benutzen wir Bilder, um uns ein Bild von der Welt zu machen. Heute filmt und fotografiert die Menschheit wie nie zuvor. Zwei Milliarden Fotos werden Tag für Tag in die Netzwerke hochgeladen. Über 45 Milliarden Kameras werden uns und die Welt bis 2020 abbilden. Wie gehen wir damit um, wenn die Welt und ihr Abbild verschmelzen?

FAIR TRADERS
Regie: Nino Jacusso
Drei Akteure der freien Marktwirtschaft übernehmen ethische Verantwortung für ihr Tun und nachfolgende Generationen: Sie wirtschaften nachhaltig. Der Film zeichnet die Karrieren von erfolgreichen Unternehmerinnen und Unternehmern in unterschiedlichen Stadien, die lokal, national und international agieren und Markt und Moral vereinbaren.

FINDING THE BEAUTY
Regie: Lennart Brede
Dieser Film ist ein Zeitdokument, welches uns am kreativen Prozess und Werdegang der portraitierten Menschen, die in den Bereichen Kunst, Musik, Film und Fashion-Design arbeiten, von den frühen Neunzigern bis heute in den zwei Metropolen Berlin und New York City beiwohnen lässt. Letztendlich bündelt sich alles in der Frage nach Schönheit im übertragenen Sinne, denn am Ende offenbaren sich die Grundwerte Wahrheit, Liebe und Einfachheit als deren drei Konstanten.

FOLLOW THE RIVER – SEARCHING FOR FREEDOM IN ALASKA
Regie: Tilo Mahn
In der Wildnis Alaskas wollen Mike und Nate Turner ihren Traum verwirklichen. Fernab der Zivilisation, in der Abgeschiedenheit und Weite des Nordens, versuchen Vater und Sohn zusammen mit ihren Familien als Trapper, Jäger und Selbstversorger im Einklang mit der Natur zu leben. Der Fluss ist der einzige Weg in die Zivilisation: Mit dem Wasserflugzeug oder dem Boot über Tage bis zur nächsten Stadt.

FRIEDKIN UNCUT
Regie: Francesco Zippel
Der Film gibt einen selbstbeobachtenden Einblick in das Leben und den künstlerische Werdegang von William Friedkin, dem unkonventionellen Regisseur von Kultfilmen wie THE FRENCH CONNECTION, THE EXORCIST oder TO LIVE AND DIE IN L.A. Dank einer Starbesetzung von Freunden und Kollegen (u.a. Francis Ford Coppola, Quentin Tarantino, Willem Dafoe, Wes Anderson, Matthew McConaughey, Ellen Burstyn, Michael Shannon und Juno Temple) entdecken wir was es bedeutet, ein Künstler zu sein.

HORST
Regie: Lisa Bühl
In den späten 1970’er Jahren folgt Lisa Bühls Onkel Horst seinem Herz als er aus einem kleinen Dortmunder Vorort nach New York City zog. Ein junger, schwuler Mann ohne Geld, ohne Job und mit geringen Englischkenntnissen, aber einem starken Willen. Dem Willen, sich ein neues Leben in einer unbekannten Welt aufzubauen, in der er hofft, sich freier und unbeschwerter zu fühlen.

LE GRAND BAL
Regie: Laetitia Carton
Das ist die Geschichte eines Tanzballes, eines großen Balles. Jeden Sommer kommen mehr als 2000 Menschen aus ganz Europa in eine kleine Stadt in Frankreich. Sieben Tage und acht Nächte lang tanzen sie ununterbrochen – verlieren das Gefühl für die Zeit, trotzen ihrer Müdigkeit und ihren Körpern. Alle drehen sich, lachen, wirbeln umher, heulen und singen. Und das Leben pulsiert.

MEETING JIM
Regie: Ece Ger
Dieser Dokumentarfilm ist eine Reise in die Vergangenheit von Jim Haynes, einem außergewöhnlichen 83-jährigen Mann. Haynes ist durch und durch vom Geist der 60er-Jahre geprägt. Aus der filmischen Reise in die Vergangenheit wird eine richtige Reise, als Jim den Zug von Paris, wo er lebt, nach London und Edinburgh nimmt.

NOSSA CHAPE – UNSER TEAM
Regie: Jeff Zimbalist und Michael Zimbalist
Im November 2016 ist der Fußballclub der kleinen brasilianischen Stadt Chapecó auf dem Weg zum größten Highlight seiner Vereinsgeschichte, dem Finale der Copa Sudamericana. Doch die Maschine nach Kolumbien an deren Bord sich neben der Mannschaft
auch Trainerstab, Manager und Journalisten befinden, stürzt acht Meilen vor dem Flughafen ab. Sechs Insassen überleben.

RAUS
Regie: Matthias Wilfert
Jenny bewohnt mit ihrem Bap ein Sacherl in Niederbayern. Gerade wird ihr Arbeitsvertrag als Viehtreiberin am Schlachthof nicht verlängert. Damit rücken ihre Träume von fremden Ländern und vom Führerschein in weite Ferne. „Heimat ist da, wo ich mich nicht erklären muss“. Jennys Alltag sieht nämlich anders aus. Tagtäglich hat sie sich zu erklären. Jeden Tag hat sie um ihre Heimat zu kämpfen.

SCALA ADIEU – VON WINDELN VERWEHT
Regie: Douglas Wolfsperger
In Konstanz am Bodensee eröffnete 2017 die fünfte städtische Filiale der größten Drogeriemarktkette Europas in den Räumlichkeiten des ehemaligen „Scala Filmpalasts“. Der Filmemacher wird Zeuge des letzten Aufbäumens eines sterbenden Programmkinos. Innenstädte und Kulturbegriffe verwandeln sich – in Konstanz und anderswo. Aber wer bestimmt, in was und für wen?

STAMMTISCH
Regie: Constantin Hatz
Der Stammtisch ist ein Ort der Passionen, Sehnsüchte, Ängste und des politischen Diskurses. Ein Ort, der den Menschen im Alltag Raum für die Vorstellung vom eigenen Glück bietet. Ob in Vereinsheimen, Jagdhütten oder Wohnzimmern – hinter den im Film gezeigten Stammtischen verbergen sich tiefgehende Leidenschaften, aus denen intensive Verbindungen zwischen den Menschen entstehen.

SUBITO
Regie: Peter Volkart
Der Erfinder Edwin Land machte 1947 das Unmögliche möglich: das Sofortbild. Die kecke Kamera verführte Generationen von Künstlerinnen und Knipsern zu fotografischen Eskapaden und unvorhersehbaren Abenteuern. Heute, nach dem Niedergang der Analogfotografie, erlebt das Instant Image eine neue Renaissance und stillt erneut unsere Sehnsucht nach dem einzigartigen, echten Moment.

SUNSET OVER HOLLYWOOD
Regie: Uli Gaulke
Versteckt am Ende des Mulholland Drive nördlich von Los Angeles liegt der Motion Picture & Television Fund, das Altenheim der US-Kinobranche. Seine Bewohner sind ehemalige Filmschaffende wie Schauspieler, Regisseure, Autoren, Kameraleute u.a., die einmal das Rückgrat des amerikanischen Showbiz waren. In ihrem eigenen kleinen Studio gehen sie ihrer Passion nach, produzieren weiter Kurzfilme und sind kreativ. Der Film begleitet sie in allen Etappen dabei und erzählt von den Träumen sowie Hoffnungen jenseits des Rampenlichts.

THE HAENDEL VARIATIONS
Regie: Christine Jezior
Was bleibt am Ende des Lebens, wenn man sein ganzes Sein und Tun der Musik gewidmet hat? Wenn die Epoche, aus der die eigene Geigenkunst stammt, bereits lange der Vergangenheit angehört? Wenn die Finger es nicht mehr erlauben, das geliebte Instrument zu spielen? Der Film begleitet die Künstlerin Ida Haendel in einer Lebensphase, die in den meisten Biografien ausgespart wird: dem Alter.

VON MUSLIM ZU MUSLIM
Regie: Niko Apel
Die Muslime tun nichts gegen die voranschreitende Radikalisierung ihrer Glaubensbrüder? – Doch. Mustapha Lamjahdi aus Frankfurt am Main und Ron Weber aus Berlin stellen sich Tag für Tag den Radikalisierungsprozessen u.a. in Schulen und Moscheegemeinden entgegen.
Der Film liefert Einblicke in einen innerislamischen Diskurs, der der deutschen Mehrheitsgesellschaft verschlossen bleibt.

WEAPON OF CHOICE
Regie: Fritz Ofner und Eva Hausberger
Sie ist unfehlbar, zuverlässig und state-of-the-art: Die Glock-Pistole. Der Film erzählt vom rasanten Aufstieg der österreichischen Handfeuerwaffe zum weltweiten Verkaufsschlager und Kultobjekt. Die investigative Reise der Regisseure führt in die USA, in die Welt des Gangsterrap mit seinen Glock-gespickten Lyrics, in den Irak und die vermeintlich heile Welt am pittoresken Wörthersee.

WHO I AM
Regie: Agnese Grieco und Lucia Chiarla
Hinter jedem Namen steht ein Mensch. Was möchte man, angekommen in einem fremden Land, anderen von sich mitteilen? Wie kann und was will man über sich erzählen? Sechs Monate lang haben die Regisseurinnen mit einer Gruppe von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in einem Bühnenraum über das Thema Identität gesprochen, Improvisationen entwickelt und diskutiert.