Die Retrospektive der 49. Internationalen Hofer Filmtage ist dem britischen Filmemacher, Künstler und Autor CHRISTOPHER PETIT gewidmet.

Chara-Mata Giannatou, eine Hauptdarstellerin des Eröffnungsfilms der 49. Internationalen Hofer Filmtage, über ihre Rolle

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Statement des Regisseurs Christian Zübert zum Eröffnungsfilm der 49. Internationalen Hofer Filmtage EIN ATEM

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Das Statement des Festival-Leiters Heinz Badewitz
zur Eröffnung der 49. Internationalen Hofer Filmtage

Die Retrospektive der 49. Internationalen Hofer Filmtage ist dem britischen Filmemacher, Künstler und Autor CHRISTOPHER PETIT gewidmet. Schon 1979 war Petit Gast in Hof, wo er mit seinen Film RADIO ON debütierte, den Renée Gundelach und Wim Wenders mit produzierten. Inzwischen umfasst sein Werk mehr als 20 Filme, Drehbücher, Romane und experimentelle Kunst-Film-Projekte. Sein filmischer Werdegang lässt sich kurz beschreiben: vom Spielfilmregisseur zum Dokumentarfilmer hin zum Experimental-Künstler.

Christopher Petit, 1949 geboren, arbeitete zunächst als Filmkritiker für Magazine wie „Time Out“ und „Melody Maker“, bevor er anfing selbst Filme zu drehen. Die Begegnung mit Wim Wenders bei einem Interview führte dazu, dass er sein erstes Script 1979 realisieren konnte. RADIO ON  ist ein Film über Wetter, Technik, Soundtrack, uralte prädigitale Hardware und die Kinder Fritz Langs und Wernher von Brauns und weniger über Geschichten, Figuren und Beziehungen. Und dennoch ist er eine visuelle Schilderung des wirtschaftlichen Niedergangs Großbritanniens in einer Zeit, die Margret Thatcher den Boden bereitete. Dieser erste Film steht fast programmatisch für sein Werk: Die Perspektive ist meistens die des Autofahrers – ein nach vorne gerichteter Blick, ein sich ausbreitender Horizont, das Blickfeld nur unterbrochen von Straßenschildern und Leitplankenreflektoren, quasi eine Art „vorwärts gerichtete Projektion“.

„Filmemachen ist wie leben, nur intensiver.“

Der Neue deutsche Film der 70er Jahre war Christopher Petit näher als die französischen Autorenfilmer dieser Zeit. So drehte er einige seiner Filme in Berlin und besetzte auch deutsche Schauspieler wie Gottfried John und Lisa Kreuzer oder die Produzenten Chris Sievernich und Joachim von Vietinghoff. Auch wollte er nicht zwingend ein Mitglied der British Film Industry werden. Er drehte einige Filme fürs englische Fernsehen, u. a. „Miss Marple: Eine Karibische Affäre“ (1989), sowie viele Dokumentarfilme. In den letzten Jahren versteht er sich zunehmend als Experimental-Künstler und Filmemacher.

Bei den 49. Internationalen Hofer Filmtagen präsentiert Christopher Petit eine Auswahl seiner Filme, darunter RADIO ON (1979), AN UNSUITABLE JOB FOR A WOMAN (1982), FLIGHT TO BERLIN (1984), DEATH OF A BANK MANAGER (1995), UNREQUITED LOVE (2006) und CONTENT (2010). Zum ersten Mal werden auch einige seiner Kurzfilme zu sehen sein wie FLYING FISH OVER HOLLYWOOD (1981), ein Portrait über Wim Wenders, WEATHER (1992), LONDON LABYRINTH (1993), SURVEILLANCE (1993) und DEAD TV (1999).

Wie schon im letzten Jahr mit ihrem „Deckenkino“ öffnet auch in diesem Jahr die Café-Bar-Lounge „Weiße Wand“ während der Filmtage. Die Video-Galerie ist heuer sogar offizieller Teil der 49. Internationalen Hofer Filmtage und zeigt experimentale Filmprojektionen und Audioinstallationen von Christopher Petit. Mehr Infos unter » Weiße Wand Event

HÁWAR erzählt von der Reise der Yezidin Düzen Tekkal und ihrem Vater Seyhmus zurück zu ihren Wurzeln. Die Journalistin, die mit ihrer Familie ein glückliches Leben in Deutschland führt, reist zum zum ersten Mal zum Ursprung ihres Glaubens, in die yezidischen Siedlungsgebiete in den Nordirak. Dorthin, wo die Terrormiliz des islamischen Staats unfassbare Gräueltaten verübt.

Die Bilder und Propaganda-Videos der Täter kennt die ganze Welt. Dieser Dokumentarfilm zeigt die andere Seite, die noch nicht erzählt wurde: Der Genozid an den Yeziden. Es sind Schicksale von Vätern, Müttern und Kindern, die Schreckliches erlebt haben und immer noch erleben. Sie haben die Hoffnung auf Rettung aufgegeben. Ihrem Glauben bleiben sie treu, denn das ist alles was sie noch haben – bis zu ihrem Tod.

„Wir verhungern, wir verdursten. Unsere Kinder vertrocknen. Wir mussten unsere eigenen Kinder unterwegs liegen lassen.“ Yezidischer Flüchtling im Sindschar Gebirge

HÁWAR beweist, dass Völkermorde auch 70 Jahre nach dem Holocaust grausame Realität sind, während die Welt beinahe tatenlos zuschaut. Seit jeher bedeutet HÁWAR in der kurdischen Sprache „Hilferuf“. Heute ist dieses Wort ein Synonym für „Völkermord“.

Regie: Düzen Tekkal
Dokumentarfilm | D | 2015
Farbe | 110min

Die Sondervorstellung von HÁWAR:
141 | SA | 11:00 Uhr | Central

» www.duezentekkal.de

ABOVE and BELOW ist eine raue Achterbahnfahrt mit Überlebenskünstlern in einer Welt voller Herausforderungen und Schönheit. Rick & Cindy in den Flutkanälen tief unter den funkelnden Strassen von Las Vegas, Dave in einem verlassenen Bunker im ausgetrockneten Niemandsland und April in der steinigen Wüste Utahs auf ihrer Marsmission. In unbekannte Welten geschleudert, begegnen wir Seelen, die uns verwandter sind, als wir es vermuten würden.

Regie: Nicolas Steiner
Dokumentarfilm | CH/D | 2015
Farbe | 110min

Die Sondervorstellungen von ABOVE AND BELOW:
811 | MI | 12:00 Uhr | Regina
637 | FR | 23:00 Uhr | Club

» aboveandbelowfilm.com

In diesem Jahr verzeichnen die Internationalen Hofer Filmtage mit 28 Dokumentarfilmen einen besonders starken Jahrgang. Dabei lassen sich drei Themenschwerpunkte ausmachen: zum einen sind das Musikfilme und Künstlerportraits und zum anderen Filme, die sich mit der momentanen Situation in der Welt beschäftigen – Krieg, Flucht oder die Suche nach einer Heimat, sei es in einem fremden Land oder in der eigenen Kultur. Allen Filmen ist gemein, dass sie durch starke Bilder überzeugen, bewegende Geschichten erzählen und Begegnungen mit interessanten Persönlichkeiten schildern.

Musikfilme, Künstlerportraits

Sékou Neblett macht sich in BLACKTAPE auf die Suche nach Tigon, dem legendären Erfinder des deutschen HipHop. Dabei wird die Reise mehr zu einer Suche nach der eigenen Identität. Auch die Multimediakünstlerin Laurie Anderson begibt sich in ihrem sehr persönlichen Essay HEART OF A DOG auf eine Reise zu Liebe, Tod, Lyrik und Musik. Ganz anders dagegen Cosima Langes Film HELLO I’M DAVID! EINE REISE MIT DAVID HELFGOTT, dem charismatischen Pianisten. German Kral portraitiert in seinem neuen Film EIN LETZTER TANGO das Vorzeigepaar des argentinischen Tangos, Maria Nieves und Juan Carlos, die zeitlebens eine Hassliebe verband, die aber in ihrer Tanzkunst unerreicht sind. Amy J. Berg gibt in JANIS: LITTLE GIRL BLUE Einblick in das Leben der Pop-Ikone Janis Joplin. Wüsten-Rock aus Kalifornien zeigt Jörg Steineck in LO SOUND DESERT. Stephanus Domanig begleitet in FOR MY SISTERS die in Wien lebende amerikanische Sängerin Carole Alston auf ihre Spurensuche zu den Wurzeln des Jazz und zu ihren musikalischen Schwestern Alberta Hunter, Nina Simone und Sarah Vaughan. Dabei wird greifbar wie untrennbar die Musik dieser Frauen von der Geschichte der Sklaverei und Rassentrennung in den USA ist. Auch Marie Dumora folgt in FORBACH FOREVER zwei Gitarristen aus Forbach in Frankreich durch ihre Welt zwischen Konzerten, Tourneen und dem Musizieren im Kreis der Familie und Nachbarn zwischen Hinterhöfen, Wohnwagen und Grillfeuer. Gipsy-Jazz der „Kinder“ von Django Reinhardt.

Krieg, Flucht, Suche nach Heimat

Adnan G. Köse schildert in LAST REFUGE die Flüchtlingsproblematik anhand von Einzelschicksalen wie das einer syrischen Familie im Dinslakener Übergangswohnheim „An der  Fliehburg“. DIE KLEINSTE ARMEE DER WELT besteht aus zwei „Bavarian Taliban“, die mit Turban und einer Kalaschnikow eine neue Willkommenskultur erproben. Regisseur Martin Gerner begleitet die beiden bei ihrem Experiment, die Alpenregion zu zivilisieren. In einer Sondervorführung zeigen die Hofer Filmtage HÁWAR von Düzen Tekkal, der den Genozid an den Jesiden seit August 2014 in bewegenden Momenten zusammenfasst. 1990 machte sich Wolfgang Ettlich auf den Weg die unbekannte DDR zu erkunden. Auf seiner Reise begegnete er Menschen, die mit Freude, Träumen, aber auch Ängsten der Wiedervereinigung entgegen sahen. 25 Jahre später bereisen Ettlich und sein Kameramann Hans-Albrecht Lusznat in MEINE REISE IN DIE DDR die gleiche Route in der Hoffnung die selben Menschen wieder zu treffen.

Bewegende Geschichten

Die Schwestern Helene und Julia Vogel schildern in KREIDE AUF BETON den Arbeitsalltag von Elena, einer Mitarbeiterin der Organisation „Soldatenmütter St. Petersburg“, die sich für einberufene Soldaten einsetzt, die nicht zur Armee, sondern das Angebot zum Alternativdienst annehmen wollen. In WHERE TO, MISS? von Manuela Bastian versucht die junge Inderin Devki sich aus dem traditionellen Rollenbild zu befreien und einen Taxiservice für Frauen aufzubauen. Auch in WILD WOMEN, GENTLE BEASTS von Anka Schmid geht es um starke Frauen, die um ihre Existenz kämpfen müssen: Raubtier-Dompteurinnen, die in der Zirkusmanege als glitzernde sexy Frauen brillieren, aber hinter den Kulissen Schwerstarbeit leisten und ihr Leben aufs Spiel setzen. Die Bestsellerautorin Sibylle Berg provoziert und polarisiert. Mit ihrem Film WER HAT ANGST VOR SIBYLLE BERG begeben sich die beiden Filmemacherinnen Wiltrud Baier und Sigrun Köhler auf eine abenteuerliche Reise mit der Autorin. Paul Poet erzählt in seinem minimalistischen Interview-Film MY TALK WITH FLORENCE die erschütternde Lebensgeschichte von Florence Burnier-Bauer, die in der österreichischen Friedrichs-Kommune von Otto Mühl gelebt hat. SOMMER IN WIEN von Walter Größbauer beschreibt fünf unterschiedliche Lebensabläufe in der österreichischen Hauptstadt. BERLIN [BEN BERLIN] – AUS DIESEM TRALLALA KOMMST DU NICHT RAUS von Pantea Lachin und Sobo Swobodnik portraitiert den 85-jährigen Berliner Aktionskünstler und Aktivisten Ben Wagin. GRAY MATTERS von Marco Orsini zeigt das Werk der großen Designerin Eileen Gray. PLASTIC MAN: THE ARTFUL LIFE OF JERRY ROSS BARRISH von William Farley erzählt die Geschichte des Künstlers, der stets kurz vor dem großen Durchbruch stand.

Wieder dabei sind Alexander Riedel mit HEY UNI, eine Serie aus achtzehn rasant erzählten Kurzfilmen, die fünf Studentenleben über ein Jahr aufzeigen, und Günter Schwaiger mit SEIT DIE WELT WELT IST, der eine kastilische Bauernfamilie in Zeiten der Krise begleitet. In Z’BÄRG von Julia Tal erfüllt sich ein Paar einen lang gehegten Traum: einen Sommer auf der Alm zu verbringen. Dieser wird zu einem Prüfstand für die Beziehung. Sabine Kückelmann beleuchtet in IM NAMEN DER TIERE die Beziehung zwischen Mensch und Tier. Hendrik Löbbert folgt in GRENZBOCK drei Jägern auf ihren Streifzügen, dabei zeigen sich Weltbilder, die sich hinter Jägerlatein und Lodenmantel verbergen. Vier Freunde brechen in UNBRANDED von Phillip Baribeau mit sechzehn Mustang-Pferden auf eine wilde Reise auf, die ihr Leben verändern wird. Drei ehemalige Priester erzählen in IN GOD’S HAND von Peter Woditsch von ihren Beweggründen aus der Kirche auszutreten.

GRANIT – HOFER DOKUMENTARFILMPREIS

Zum ersten Mal wird in diesem Jahr der „GRANIT – HOFER DOKUMENTARFILMPREIS“ der Hermann und Bertl Müller Stiftung in Höhe von 7.500 Euro für den besten deutschen Dokumentarfilm vergeben.

Mit Filmen aus den USA, Frankreich, Irland, Japan, Neuseeland, der Schweiz, Österreich, Indien, Belgien, Kanada, Argentinien, Spanien, Türkei und sogar aus dem Jemen präsentiert sich Hof internationaler denn je und am Puls der Zeit.

Die jemenitische Regisseurin Khadija Al-Salami erzählt in ihrem ersten Spielfilm I AM NOJOOM, AGE 10 AND DIVORCED die ergreifende Geschichte eines 10-jährigen Mädchens, das sich scheiden lassen will. Cody Campanale beschäftigt sich in JACKIE BOY mit einem Tabu-Thema, es geht um Frauenfeindlichkeit in Bezug zu Männlichkeit und sexueller Identität. Um virtuelle Traumwelten und Sehnsucht nach Liebe und Nähe geht es in INTERNET JUNKIE von Alexander Katzowicz.

Nick Hornby hat den Roman von Colm Tóibín BROOKLYN für den gleichnamigen Film adaptiert, bei dem John Crowley Regie führte: Eilis Lacey, eine junge irische Immigrantin, versucht ihren Weg zwischen zwei Kulturen im Brooklyn der fünfziger Jahre zu finden. Auch in der deutsch-türkischen Co-Produktion 8 SEKUNDEN – EIN AUGENBLICK UNENDLICHKEIT von Ömer Faruk Sorak geht es darum, sich in zwei Kulturen zurechtzufinden. Der Film beruht auf wahren Begebenheiten. Wieder nach Hof kommt Pan Nalin mit seinem neuen Werk ANGRY INDIAN GODDESSES. Zu ihrer Hochzeitsfeier hat Freida ihre Freundinnen nach Goa eingeladen. In der traumhaften Umgebung des indischen Küstenstaats beginnen die jungen Frauen wild und ausgelassen über Gott und die Welt zu philosophieren – über Männer, Sex und ihre Karrieren, über ihre kleinen Geheimnisse, Sehnsüchte und Ängste, ohne zu ahnen, dass ihre Gemeinschaft schon bald auf eine unerwartete Weise herausgefordert wird.

DARKNESS ON THE EDGE OF TOWN von Patrick Ryan verbindet in seinem Debütfilm die Ästhetik des Western mit der Struktur der klassischen Tragödie. Im ländlichen Süden Irlands will die jugendliche Scharfschützin Cleo den Tod ihrer Schwester rächen, ihre Nachforschungen konfrontieren sie mit einer unerwarteten Wahrheit. Anthony Brownrigg realisiert mit DON´T LOOK IN THE BASEMENT 2 die Fortsetzung des Filmes seines Vaters; Schauplatz des Geschehens ist ein Provinz-Sanatorium. Inmitten des Farbenspiels, das die Stadt Kamakura im Zyklus der Jahreszeiten durchläuft, erzählt UMIMACHI DIARY von Hirokazu Kore-eda von der Begegnung dreier Schwestern mit ihrer kleinen Halbschwester. Vincent in VINCENT N’A PAS D’ÉCAILLES von Thomas Salvador ist kein Mann wie alle anderen, denn er besitzt eine besondere Gabe: Seine Kraft, Reflexe und Agilität steigern sich im Kontakt mit Wasser. Eines Tages muss er sein Talent in der Öffentlichkeit zeigen.

Auch Kamen Kalevs TÊTE BAISSÉE basiert auf einer wahren Geschichte: Der Kleinganove Samy, gespielt von Melvil Poupaud arbeitet notgedrungen als Spitzel der französischen Polizei im Milieu der bulgarischen Mafia. Als er der minderjährigen Prostituierten Elka begegnet, muss er sich am Ende einige erste Fragen über sein Leben stellen. Élodie und Marie sind die SWEET GIRLS von Jean-Paul Cardinaux und Xavier Ruiz, die eine geniale Idee haben und Wohnungen der „lästigen Alten“ mit jungen Leuten besetzen auf der Suche nach einem besseren Leben. Gaspard Noé zeigt in LOVE ein modernes Melodrama über eine leidenschaftliche Liebe eines jungen Paares, mit allen emotionalen und körperlichen Exzessen, eine Liebe bis zum Wahnsinn. In JE SUIS UN SOLDAT von Laurent Larivière geht es um Scham, das Gefühl des Versagens nach einem Jobverlust und den Umgang innerhalb der Familie mit der Situation.

Maria Kreuzer erzählt in GRUBER GEHT von John Gruber, der schnell, teuer und egozentrisch lebt, bis ihn die Krebsdiagnose aus der Bahn wirft, dennoch  unerwartet ausgerechnet für Sarah, DJane aus Berlin, Gefühle entwickelt. In den Hauptrollen spielen Manuel Rubey und Bernadette Heerwagen. Bruno Podalydès spielt auch die Hauptrolle in seinem Film COMME UN AVION, neben Agnès Jaoui. Michel langweilt sich in der Routine des Alltags. Als ihm ein Kajak-Prospekt in die Hände fällt, ändert dies sein Leben.

Hélène Zimmer begleitet in À 14 ANS drei Freundinnen über ein Schuljahr, das bei den Mädchen unter Euphorie, Rivalität, dem Wunsch zu gefallen und den Drangsalen der Pubertät steht. In diesem Wirrwarr der Gefühle versuchen sie ihren Platz zu finden. Ganz andere Sorgen hat der zwölfjährige Kevin, genannt Bouboule (Kugel), in BOUBOULE von Bruno Deville. Er wiegt 100 Kilo und hat keine vielversprechenden Zukunftsaussichten, wenn er nicht aufhört sich mit Junkfood vollzustopfen. CHUCKS als Ausdruck eines Lebensgefühls, davon erzählen Sabine Hiebler und Gerhard Ertl in ihrem Film: Mae zieht als Punk in Converse-Schuhen durch Wien, sie sucht Grenzerfahrungen bis sie sich in Paul verliebt.

Nur ein Augenblick der Unaufmerksamkeit und schon ändert sich das Leben von Javier und Amanda grundlegend und für immer, das beschreibt Matias Bize in LA MEMORIA DEL AGUA. Micha Lewinsky geht in NICHTS PASSIERT der Frage nach, was passiert, wenn man von einem Verbrechen weiß, das man nicht begangen hat? Ein Wiedersehen gibt es mit dem österreichischen Independent Regisseur Ludwig Wüst, der sein neues Experiment OHNE TITEL vorstellt. Barbara Eder begleitet in THANK YOU FOR BOMBING drei Korrespondenten nach Afghanistan. Welchen Einfluss hat der Genozid auf nachfolgende Generationen? Dieser Frage geht Robert Guédiguians in seinem Film UNE HISTOIRE DE FOU nach, in dem es um Aram, einem junger Mann armenischer Herkunft, gespielt von Simon Abkarian, geht, der das Auto des türkischen Botschafters in die Luft sprengt und dabei einen Unschuldigen verletzt und sich nach Beirut absetzt. In USFAHRT OERLIKE setzt sich Paul Riniker mit dem Ende des Lebens und dem Tod auseinander.

Hermann Kauper, langjähriger Sportjournalist der Frankenpost und ebenso langjähriger Filmtage-Mitarbeiter, 2013 verstorben, hielt auf vielen Fotografien auch seine Impressionen der Filmtage, deren Mitarbeiter und Gäste quasi hinter den Kulissen fest. Eine Auswahl dieser Fotos, entstanden in den Jahren 2001 bis 2012, zeigt jetzt der Verein der Freunde der Internationalen Filmtage e.V.

Ort:
Stadtbücherei Hof, Wörthstraße 18, 95028 Hof
15. Oktober bis 7. November 2015
Vernissage: Donnerstag, 15. Oktober, 19.30 Uhr

Öffnungszeiten Stadtbücherei:
Montag bis Mittwoch: 10:00–18:00 Uhr
Freitag: 10:00–20:00 Uhr
Samstag: 10:00–13:00 Uhr
Donnerstag und Sonntag geschlossen

Einige Bilder hängen auch in der Video-Lounge Weiße Wand:
Pfarr 26, Hof
16. bis 25. Oktober 2015
Am 16. Oktober ab 19 Uhr geöffnet, sonst täglich ab 12 Uhr bis Schluss.

» FRANKENPOST – Filmtage backstage: Mensch und Emotion im Bild

Die Weiße Wand lädt während der 49. Internationalen Hofer Filmtage zur Mitmach-Aktion 90 Sekunden/Meisterwerk ein. Dazu Mitorganisator Tobias Hornig in seinem Aufruf:

„Werde Teil der diesjährigen Weißen Wand, nicht als Zuschauer, sondern als Macher! Wir suchen für dieses Jahr kurze Videoclips von dir. Du erzählst von deinem Lieblingsfilm: Sei es von einer Szene, einem Bild, einem Detail oder einer faszinierenden Umsetzung … Kurzum, bring zum Ausdruck was dich am Film begeistert. Dabei vermeidest du direkte Hinweise wie Namen und Orte. Auch die Handlung erwähnst du nur beiläufig.“

Alle eingereichten Videoclips werden in mehreren Projektionen in der Weißen Wand – Video-Galerie mit Café-Bar-Lounge, Pfarr 26, Hof – gezeigt.

Weiße Wand 2015

Mehr Infos auf » Weiße Wand Event

Mit der Europa-Premiere von EIN ATEM von Christian Zübert mit Jördis Triebel und Benjamin Sadler in den Hauptrollen eröffnen die 49. Internationalen Hofer Filmtage am Dienstag, den 20. Oktober 2015. Für fünf Tage steht die oberfränkische Stadt Hof im Bann der Filme, Filmemacher, Produzenten, Verleiher, Kinobetreiber und des Publikums.

Junge Filmemacher

Wie immer setzt Festivalleiter Heinz Badewitz einen Fokus auf junge Filmemacher, die ihre ersten langen Spielfilme realisieren konnten und zum Teil schon in vorherigen Jahren mit ihren Kurzfilmen in Hof dabei waren. So auch Constantin Hatz, der mit dem Kurzfilm „Helikopter-Hausarrest“ im letzten Jahr vertreten war. Nun zeigt er sein Spielfilmdebüt FUGE, die Geschichte einer jungen Studentin, die am Rande einer Großstadt lebt und sich allmählich aus den familiären Abhängigkeiten befreit. Weitere Debütfilme sind: HENRY von Philipp Fussenegger, HÖRDUR von Ekrem Ergün über die 17-jährige Aylin, die endlich erkennt, wo ihre wahre Stärke liegt und sich nicht mehr in Träume flüchten muss, und TRASH DETECTIVE von Maximilian Buck.

Dazu kommen TREPPE AUFWÄRTS von Mia Maariel Meyer mit Hanno Koffler als Zocker; ZWEITE HAND von Nikolas Jürgens, ferner AFTER SPRING COMES FALL von Daniel Carsenty, der von kurdischen Flüchtlingen in Deutschland erzählt, deren Leben von Verrat, Kollaboration und Gewalt geprägt wird. Arne Körner macht in THE BICYCLE die Stadt Paris zum Austragungsort einer Fernbeziehung.

Zu den Filmtagen eingeladen sind:

Thomas Stuber mit seinem ersten abendfüllenden Spielfilm HERBERT, ein Genre übergreifender Film über einen ehemaligen Boxer und Türsteher, der seinen letzten Sieg auf einer ganz anderen Ebene ausfechten muss. Stuber erhielt für „Von Hunden und Pferden“ neben vielen renommierten Preisen auch den Studenten-Oscar 2012 für den „Besten ausländischen Kurzfilm“. Sebastian Peterson, schon 2013 mit einem Kurzfilm Gast in Hof, beschreibt in MAIER MÜLLER SCHMIDT viele ineinander verwobene Geschichten um drei Typen in einer Kreuzberger Wohngemeinschaft. Dennis Todorovic präsentiert nach „Sascha“ (2010) seinen zweiten Spielfilm SCHWESTER WEISS mit Lisa Martinek, Zeljka Preksavec und Beatrice Richter. Martin Hawie, der mit „Camille“ 2013 bei den Filmtagen war, zeigt seinen neuen Film TORO: zwei Freunde, die nicht unterschiedlicher sein könnten, aber gemeinsam einen Neuanfang suchen.

In UNSER LETZTER SOMMER von Michel Rogalski treffen vier junge Menschen, zwei Polen, ein Deutscher und eine Jüdin, aufeinander, entdecken gemeinsam die Musik und die Liebe, aber inmitten des Krieges 1943 muss am Ende jeder für sich eine Entscheidung treffen. Wieder dabei ist auch das Kölner Duo Markus Mischkowski und Kai Maria Steinkühler, die den Film WEISSE RITTER inszeniert haben, in dem sie selbst die beiden arbeitslosen Freunde spielen, die von ihrem alten Kumpel als Kuriere mit verhängnisvollen Folgen rekrutiert werden. Detlef Bothe erzählt in EVA S. – DIE NATIONALISTIN von den Verletzungen und Sehnsüchten einer Schauspielerin, die als Prostituierte anschafft und immer mehr ihre Hoffnung verliert. Bernd Michael Lade stellt seine neue Regiearbeit vor, DAS GESTÄNDNIS, in der zwei Genossen der Ost-Berliner Morduntersuchungskommission im letzten Jahr der DDR an ihre Grenzen geraten und die Entscheidung zwischen Vertuschen und Ermitteln zu einer existentiellen Frage wird.

Traditionell bietet Hof jungen Filmstudenten und Filmemachern eine Plattform, um ihre ersten filmischen Experimente und Kurzfilme zeigen zu können.

Auch in diesem Jahr präsentieren die Filmtage ein umfangreiches Kurzfilmprogramm mit über 50 Filmen.