HEINZ-BADEWITZ-PREIS zum 50. Jubiläum

Zum ersten Mal in der Geschichte der Internationalen Hofer Filmtage vergibt das Hofer Filmtage-Team einen eigenen Preis. Zur Erinnerung an den im März 2016 verstorbenen Initiator und langjährigen Leiter der Hofer Filmtage, Heinz Badewitz, wird ab diesem Jahr ein Preis für eine Nachwuchsregie für ein Erstlingswerk ausgelobt, um jährlich ein junges Talent des deutschen Films zu würdigen und zu unterstützen. Der HEINZ-BADEWITZ-PREIS wird vom Hofer Filmtage Team zusammen mit der Friedrich-Baur-Stiftung vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert. Andreas Walter, kommissarischer Vorstand der Hofer Filmtage:

„Mit dem HEINZ-BADEWITZ-PREIS wollen wir das Lebenswerk von Heinz Badewitz würdigen. Ihm lagen die Regisseure immer besonders am Herzen. Deshalb geht der Preis auch an eine/n Nachwuchsregisseur/in. Mit dem Preis wollen wir aber auch ein Zeichen setzen, dass die Filmtage weitergehen und wir sie im Sinne von Heinz in eine neue Ära führen wollen. Wir freuen uns sehr, dass die Friedrich-Baur-Stiftung uns spontan finanziell unterstützt und den Preis möglich gemacht hat.“

Der Preis besteht aus einem Objekt der Design-Fachschule in Selb, das als Sieger eines Wettbewerbs für ein Denkmal „Hofer Filmtage“ anlässlich des 50. Geburtstags hervorgegangen ist. Initiiert wurde die Aktion von der Hofer Bürgerstiftung. Noch im vergangenen Jahr konnte Heinz Badewitz die Einreichungen der Nachwuchs-Designer begutachten. Real konnte die Skulptur bis dato nicht umgesetzt werden, aber die Miniaturausgabe bildet nun den HEINZ-BADEWITZ-PREIS.

Preisverleihung:
Freitag, 28. Oktober 2016, 19:30 Uhr, Scala Filmtheater Hof

Dokumentarfilme im Programm der 50. Internationalen Hofer Filmtage

Auch in diesem Jubiläumsjahr zeigen die Dokumentarfilmemacher eine starke Präsenz bei den Internationalen Hofer Filmtagen. Jenseits von Globalisierungsthemen werfen die Filmemacher einen Blick ins Private oder beschäftigen sich direkt oder indirekt mit den Fragen unserer Zeit: Migration und Immigration oder Leben am Rande der Gesellschaft. Manche Filmer erforschen Abgründe unserer Gesellschaft oder begeben sich auf Reisen in die Wüste oder zu anderen Kulturen. Bemerkenswert ist in diesem Jahr auch die Fülle an Künstler- und Musikerportraits.

In A STORY OF SAHEL SOUNDS folgen Florian Kläger, Markus Milcke und Tobias Adam vom neopan kollektiv dem Blogger Christopher Kirkley und seinem Projekt „Sahel Sound“ nach Niger, das er neben dem Blog auch als Label und Plattform betreibt, um Kunst und Musik jenseits der ausgetretenen Pfade des Mainstreams zu vermitteln. Thorsten Schütte widmet sich in EAT THAT QUESTION – FRANK ZAPPA IN HIS OWN WORDS der genialen Rocklegende. Begleitet wird der Film von Zappas Tochter Moon, die ihn persönlich in Hof vorstellen wird. WE ARE X von Stephen Kijak portraitiert Japans erfolgreichste Rockband X, die im Westen kaum bekannt wurde. Aysun Bademsoy begleitet in ZYKLOP Marc Sinan nach Kasachstan, wo er Musiker und Musikerinnen besucht, und deren Lieder und Gesänge aufnimmt. Am Ende wird die Reise zu einer ganz persönlichen Begegnung mit der armenischen Vergangenheit und zu einem aufwühlenden Musiktheater über Schuld und Strafe. Eine ganz andere Rolle spielt Musik für Wolfgang Ettlch: Für fünf Neuköllner Jungs im Nachkriegswirtschaftswunderland Deutschland war die alles entscheidende Frage BIST DU BEATLES ODER STONES. Der Film erzählt aus ganz persönlichen Perspektiven von Jugend und Freundschaft in den wilden 60er Jahren.

Angela Christlieb folgt in WHATEVER HAPPENED TO GELITIN dem Künstler und Galeristen Salvatore Viviano auf seiner Suche nach den Mitgliedern der österreichischen Künstlergruppe Gelitin. Diese fiktive Recherche bildet das narrative Gerüst für den Film, der das anarchische Treiben der Gruppe aufzeigt. Corinna Belz portraitiert den bekannten Schriftsteller in ihrem Film PETER HANDKE – BIN IM WALD. KANN SEIN, DASS ICH MICH VERSPÄTE … Vor einen Vierteljahrhundert wurde das Musical „Phantom der Oper“ im Hamburger Flora-Theater von linken Autonomen und Anwohnern verhindert. Der Künstler Christoph Faulhaber inszeniert 25 Jahre später in PHANTOM OF PUNK – MACHT UND FREIHEIT das Musical neu vor der „Roten Flora“. Und Douglas Gordon zeichnet in I HAD NOWHERE TO GO nicht nur die Lebensgeschichte des Avantgarde-Künstlers Jonas Mekas nach, sie steht auch exemplarisch für die vielen Erfahrungen der Exilanten, Flüchtlinge und Immigranten im 20. Jahrhundert.

BORDERLAND BLUES von Gudrun Gruber wiederum lässt die Wüstenbewohner am geografischen Rand der USA in Arizona von ihrem Leben zwischen Migrantenströmen und einer immer weiter fortschreitenden, hochtechnisierten Grenzsicherung des Territoriums erzählen. Auch der Österreicher Michael Pfeiffenberger hat sich in die Wüste begeben. In DESERT KIDS konzentriert er sich auf das Zusammenleben von Kindern und Jugendlichen in der israelischen Wüste Negev, wo viele jüdische und arabische Siedlungen entstanden sind. Ganz anders dagegen der Film SAFARI von Ulrich Seidl, der eine schonungslose Demonstration der Großwildjägerei und des Jagdtourismus in Afrika ist. Seng Mai Kinraws Reise nach Myanmar wirft nicht nur einen intimen Blick auf ihre Familie, sondern gewährt in TO BE WITH YOU – MY FAMILY IN MYANMAR auch einen Einblick in die Seele des Landes zwischen Diktatur und dem Willen zur Modernisierung. Nach Cornwall in Großbritannien führt uns James Stier mit seinem Film LAST FISHERMAN.

Thomas Riedelsheimer begibt sich in DIE FARBE DER SEHNSUCHT auf eine Reise durch fünf Länder und begegnet Menschen unterschiedlicher Herkunft und sozialen Backgrounds. Alle verbindet aber die Sehnsucht nach Heimat, Anerkennung und Freiheit. Genauso auch wie die Protagonisten in Vivien Hartmanns Film SPREE HOTEL, die in dem Hotel in Bautzen leben, das in ein Flüchtlingsheim umgewandelt wurde. Als Mikrokosmos mit guten wie auch schlechten Eigenschaften erinnert das Hotel an ein lebendiges Dorf. Antje Starost und Hans Helmut Grotjahn portraitieren  in GESCHICHTE EINER LIEBE – FREYA die Widerstandskämpferin Freya von Moltke und erzählen von ihrer ersten Begegnung mit ihrem späteren Mann Helmuth James von Moltke und dem Wirken im Kreisauer Kreis. Ein Briefwechsel belegt diese große Liebe der beiden, die auch nicht mit der Hinrichtung von Moltke 1945 endete.

Einblick in das Leben zukünftiger Sportlerinnen gibt Anna Koch in SCHULTERSIEG: Die Mädchen trainieren hart als Ringerinnen und durchlaufen die Höhen und Tiefen einer Ausbildung in einem Sport-Internat in Frankfurt/Oder. Sanne van den Bergh, Daniel Turi und Greg Ward portraitieren in THE KILLING$ OF TONY BLAIR den ehemaligen Premierminister Großbritanniens, zeigen auf, wie sehr sein politisches Handeln durch Eigeninteresse geprägt war. Daniel Schweizer zeigt in seinem Film TRADING PARADISE den dritten Teil einer Trilogie über die Schweizer Gesellschaft und einen Rohstoff-Giganten mit Sitz in Zug und Genf und den Kampf um Transparenz im Welthandel. Um WAFFEN geht es Arne Strackholder in seinem Film. Er zeigt den Umgang mit Waffen im Kinderspiel, im Sport oder im Nachahmen amerikanischer Elitesoldaten und stellt die Frage, welche Erfahrungen in einem bloßen Spiel gemacht werden, die andernorts zur brutalen Realität gehören.

Die 50. Hofer Filmtage eröffnen mit DIE BLUMEN VON GESTERN

Am Dienstag, den 25. Oktober 2016 eröffnen die 50. Internationalen Hofer Filmtage mit dem neuen Film von Chris Kraus DIE BLUMEN VON GESTERN, genau zehn Jahre nach seinem Debüt in Hof mit dem fulminanten und vielfach prämierten Film VIER MINUTEN. 2007 präsentierte Kraus BELLA BLOCK – DIE REISE NACH CHINA, 2010 POLL und 2012 den Kompilationsfilm ROSA KINDER bei den Filmtagen. DIE BLUMEN VON GESTERN ist Chris Kraus‘ vierter Kinospielfilm, zu dem er auch das Drehbuch verfasst hat. In den Hauptrollen spielen Lars Eidinger, Adèle Haenel, Jan Josef Liefers, Hannah Herzsprung, Sigrid Marquardt, Rolf Hoppe und viele andere.

Alfred Holighaus (Kuratorium der Hofer Filmtage) freut sich außerordentlich, das Festival mit DIE BLUMEN VON GESTERN von Chris Kraus eröffnen zu können:

„Dieser Film hat alles, was einen HOF-Film ausmacht. Er ist spannendes, aktuelles Kino aus Deutschland mit hoher künstlerischer Qualität. Der Regisseur Chris Kraus ist gern gesehener Stammgast des Festivals und seit 2014 Träger des Filmpreises der Stadt Hof. Die Eröffnung der 50. Hofer Filmtage ist somit auch ein besonderer und persönlicher Gruß an Heinz Badewitz.“

Zum Inhalt: Totila Blumen ist Holocaust-Forscher. Als solcher versteht er keinen Spaß. Weder im Allgemeinen noch im Besonderen, wenn seine Kollegen versuchen, aus einem Auschwitz-Kongress ein werbefinanziertes Medien-Event zu machen. Als man Totila dann auch noch die junge und nervige französische Studentin Zazie als Praktikantin zuteilt, die ihm folgt wie ein Hündchen und mit seinem direkten Vorgesetzten ein Verhältnis hat, ist er am Ende.

Doch Jammern hilft nichts. Und so macht Totila weiter seine Arbeit, unterstützt von der exzentrischen Zazie. Die jedoch scheint ihre ganz eigene Agenda zu haben – eine Agenda, die eng mit Totilas Herkunft und seinem wohlgehüteten Familiengeheimnis verknüpft ist. Chris Kraus:

„Mir war wichtig, mit diesem Film Fenster aufzureißen, und sei es, um Licht und Luft an ein Thema zu lassen, das mich seit Jahren herausfordert, das aber auch in übergroßem Gedenkverordnen die Dringlichkeit zu verlieren droht, die es nach wie vor hat.“

Der Film ist eine Produktion der DOR FILM WEST und FOUR MINUTES FILMPRODUKTION in Co-Produktion mit DOR FILM und SWR, ARD DEGETO, NDR, BR, HR und ORF.

Vorstellungen:
703 | DI | 19:30 Uhr | Scala
103 | DI | 20:15 Uhr | Central
725 | DO | 18:30 Uhr | Scala
137 | FR | 24:00 Uhr | Central

Deutsche Spielfilme bei den 50. Hofer Filmtagen

Deutsche Spielfilme bei den 50. Hofer Filmtagen

Mit allein 20 neuen Produktionen ist der deutsche Spielfilm stark präsent bei den 50. Internationalen Hofer Filmtagen. Ein Ausblick auf die Programmpunkte, die die Kuratoren der Hofer Filmtage – Alfred Holighaus, Linda Söffker und Thorsten Schaumann – unter den deutschen Spielfilmproduktionen ausgewählt haben:

Eröffnet werden die Filmtage am Dienstag, 25. Oktober 2016 mit der Europa-Premiere von DIE BLUMEN VON GESTERN von Chris Kraus. Dominik Graf, schon oft Gast in Hof, zuletzt 2014 mit SMOKE ON THE WATER – DIRECTOR’S CUT, präsentiert nun seinen neuen Film AM ABEND ALLER TAGE. Ausgehend von Henry James‘ Novelle „The Aspern Papers“ entwickelt Graf zusammen mit seinem Drehbuchautor Markus Busch eine Geschichte um ein verschollenes Kunstwerk, in der sich Liebe und Schuld auf gefährliche Weise vermischen. Sein Debüt gibt Johannes Leistner mit DAS DUNKLE HAUS AM RANDE DES WALDES, in dem die Liebe zweier junger Menschen auf mystische Weise eine Probe bestehen muss. Feo Aladag kommt mit DER ANDERE – EINE FAMILIENGESCHICHTE nach Hof und erzählt in ihrem Film; wie sich das bewegende Schicksal eines Flüchtlings aus Mali unerwartet mit dem Leben eines Berliner Polizeibeamten und dessen altem Vater verwebt. Dito Tsintsadze ist mit DER FREUND vertreten und Sebastian Stern mit seinem zweiten Langfilm DER HUND BEGRABEN, eine komisch skurrile Familiengeschichte mit Justus von Dohnányi, Juliane Köhler und Georg Friedrich in den Hauptrollen.

In Jan Krügers DIE GESCHWISTER geht es um Nähe und Einsamkeit und darum, wie eine solidarische Schicksalsgemeinschaft durch eine romantische Beziehung auf die Probe stellt wird. DIE HAUT DER ANDEREN von Thomas Stiller beschreibt eine Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, die in ihren sexuellen Obsessionen gefangen sind. Axel Ranisch und Andreas Arnstedt, der 2014 mit dem Förderpreis Neues Deutsches Kino für DER KUCKUCK UND DER ESEL ausgezeichnet wurde, präsentieren ihre neuen Filme, die Komödie FAMILIE LOTZMANN AUF DEN BARRIKADEN und SHORT TERM MEMORY LOSS mit Veronika Ferres als genervte Ehefrau eines dementen ehemaligen Boxers. Wim Wenders stellt seinen Film DIE SCHÖNEN TAGE VON ARANJUEZ persönlich vor und Christian Schwochow ist erneut mit einem Film, PAULA, vertreten. Felix Charin debütierte 2011 mit seinem Kurzfilm LEBEN LASSEN in Hof und zeigt nun seinen ersten Langfilm THERAPIE mit Dominic Raacke als Psychotherapeut einer jungen Haftentlassenen, der eine besonders intensive Beziehung zu seiner Patientin aufbaut.

Sherry Hormann entfacht in TÖDLICHE GEHEIMNISSE einen spannenden, aktuellen Thriller um Whistleblower, Lobbyisten und TTIP. Aelrun Goette versammelt in WOFÜR ES SICH ZU LEBEN LOHNT die Fassbinder-Diven Hanna Schygulla, Irm Hermann und Margit Carstensen sowie Eva Mattes und Mathias Habich zu einem spannenden Krimi. Ihren ersten Spielfilm zeigt Tini Tüllmann, FREDDY EDDY stellt die Frage von Glaubhaftigkeit und eigener Phantasie in einem spannenden psychologischen Thriller auf die Probe, und Markus Mörth erzählt in seinem ersten Fiction Film GESCHWISTER die Odyssee von Bebe und ihrem Bruder Mikhail, die sich von Moldawien auf den Weg nach Deutschland machen. Auch Dren Zherka erzählt in EHO / STILLES ECHO von Verlust, Einsamkeit und einem unsichtbaren Band, das zwei Menschen in verschiedenen Ländern verbindet. Nach seinem viel beachteten Debüt BERGBLUT in 2010 stellt Philipp J. Pamer seinen neuen Film IM NESSELTAL vor, ein am italienischen Neorealismus orientierer Mysterythriller, in dem die Geburtstagsfeier auf einer Berghütte komplett aus den Fugen gerät als sich die Beteiligten zerstreiten und mit einem Geheimnis konfrontiert werden.

Viele der Filme beschäftigen sich in diesem Jahr mit familiären Strukturen, Beziehungsgeschichten und gesellschaftspolitischen Sujets. Die Filmemacher sind nah an der Zeit und setzen Themen um, die die Menschen interessieren und bewegen.

Neben der Schilderung aktueller Realität zeichnet sich aber auch eine Tendenz zu mystisch mysteriösen Stories jenseits der realen Welten ab. Fantasy und nackte Wahrheit halten sich hier in Balance. Neben den Spielfilmen sind auch ca. 25 deutsche Kurzfilme zu den diesjährigen Filmtagen eingeladen.

Fünf Jahrzehnte – fünf Retro-Programme

Die Internationalen Hofer Filmtage begehen ihr 50-jähriges Jubiläum ab 25. Oktober 2016 ohne ihren Festivalleiter Heinz Badewitz, der im März dieses Jahres unerwartet verstorben ist. 50 Jahre Hofer Filmtage, das sind nicht nur 50 Jahre Filmgeschichte, viel mehr sind es 50 Jahre Liebe zum Film, Engagement, Verbundenheit mit der Branche, Vitalität in der Suche nach Talenten, Förderung und Pflege des deutschen Filmnachwuchses. Und dabei ist Hof immer eine verlässliche Filmheimat geblieben, in der Freundschaft zählt. 50 Jahre Internationale Hofer Filmtage sind vor allem das Lebenswerk von Heinz Badewitz. Alfred Holighaus, Linda Söffker und Thorsten Schaumann vom Kuratorium der Hofer Filmtage:

„Wir feiern 50 Jahre Hofer Filmtage für Heinz Badewitz und mit vielen seiner Wegbegleiter. Heinz wollte nie einen Kult in Hof. Ihm ging es um Kommunikation. Es war ihm immer wichtig, alt und jung zusammenzubringen, gestandene Filmemacher und den Nachwuchs, der die filmische Zukunft gestaltet. Gemeinsam Filme schauen, Erfahrungen austauschen und gemeinsam feiern. Das wollen und werden wir auch in diesem Jahr wieder tun.“

Retrospektiv zeigen die Hofer Filmtage anlässlich des Jubiläums eine Auswahl an fünf Programmen, die für die fünf Jahrzehnte stehen. Beginnend mit Kurzfilmen der ersten Dekade: AUTORENNEN von Vlado Kristl, der bei den 1. Hofer Kurzfilmtagen 1967 lief, LETZTE WORTE von Werner Herzog von 1968, SAME PLAYER SHOOTS AGAIN von Wim Wenders 1968 und FRANKENSTEIN AM RHEIN von Hans Noever aus dem Jahr 1970. Ferner sind zu sehen: MESSER IM KOPF von Rainhard Hauff aus dem Jahr 1978, MÄNNER von Doris Dörrie von 1985, DIE TÖDLICHE MARIA, der erste Spielfilm von Tom Tykwer aus dem Jahr 1993 und der ebenfalls erste lange Film von Maren Ade DER WALD VOR LAUTER BÄUMEN, der 2003 Premiere in Hof hatte.

Als Gäste zur Retrospektive werden unter vielen anderen erwartet: Gründungsmitglied Uwe Brandner, Doris Dörrie, Reinhard Hauff, Werner Herzog, Eva Löbau, Hans Noever und Wim Wenders.

Sondervorstellung: LO AND BEHOLD, REVERIES OF THE CONNECTED WORLD

Der Film erforscht die digitale Landschaft und zeichnet die virtuelle Welt von ihren Ursprüngen bis in ihre abgelegensten Randzonen nach. Der Zuschauer unternimmt eine Reise durch eine Reihe provozierender Gespräche, aus denen hervorgeht, wie sehr die Online-Welt wirklich alles verändert hat, was in der realen Welt vor sich geht – seien es Unternehmen oder der Ausbildungsbereich, die Raumfahrt oder das Gesundheitsweisen und sogar die Art und Weise, wie wir unsere persönlichen Beziehungen gestalten.

„Ich bin in keinem sozialen Netzwerk oder etwas Ähnlichem. […] Mein soziales Netzwerk ist im Grunde der heimische Tisch, an dem sechs Menschen Platz haben. Meine Frau und ich und maximal vier Gäste. Unser soziales Netzwerk findet bei uns am Esstisch statt. [In LO AND BEHOLD] bin ich meiner Neugier gefolgt. Da ich nur sehr begrenzt Erfahrung mit dem Internet habe, konnte ich die Strukturen vielleicht klarer erkennen als andere.“ Werner Herzog

Regie: Werner Herzog
Dokumentarfilm | USA | 2016
Farbe | 98 min
Dolby | engl. OF

Die Sondervorstellung von LO AND BEHOLD, REVERIES OF THE CONNECTED WORLD:
711 | MI | 12:30 Uhr | Scala

» www.loandbeholdfilm.com

Kuratorium der Internationalen Hofer Filmtage

Kuratorium für die Hofer Filmtage

Die 50. Internationalen Hofer Filmtage finden vom 25. bis 30. Oktober 2016 statt. Die Planung dafür war mit Heinz Badewitz schon voll im Gange. Auch wenn wir seine Ideen und Vorgaben umsetzen, wird das Fest einen anderen Charakter haben, als ursprünglich geplant. Dennoch werden die Filmtage dieses Jubiläum in seinem Sinne begehen, mit dem gleichen Elan und Engagement. Und sie werden weiterhin ein HOME OF FILMS und eine Heimat für die Filmemacher bleiben.

Wir freuen uns sehr, nun ein erfahrenes Kuratorium vorstellen zu können, das uns in diesem Jahr ehrenamtlich zur Seite steht und die Verantwortung für die Filmauswahl übernimmt:

Alfred Holighaus (Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V.),
Thorsten Schaumann (Programmakquisition Sky Deutschland) und
Linda Söffker (Leiterin der Berlinale-Sektion Perspektive Deutsches Kino).

Alle drei sind als Besucher, Freunde und Fans seit vielen Jahren mit den Internationalen Hofer Filmtagen vertraut, dem Festival, dem Mitarbeiterteam sowie insbesondere Heinz Badewitz sehr verbunden und haben sein besonderes Vertrauen genossen. Darüberhinaus bringen sie aufgrund ihrer langjährigen Arbeit in der Filmbranche genügend Erfahrung und Kompetenz mit.

Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit. Gemeinsam wollen wir im Herbst die neuen Filme und Produktionen aus dem In- und Ausland präsentieren, so wie es Heinz Badewitz getan hätte. Und mit allen Filmemachern feiern wir für ihn die 50. Internationalen Hofer Filmtage.

Medienecho: Trauer um Heinz Badewitz

Bayerisches Fernsehen

„Trauerfeier in Hof – Die Stadt trauert um Heinz Badewitz“
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„Heinz Badewitz – Trauerfeier im ARRI-Kino“
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Bayerischer Rundfunk - BAYERN 2

„Hofer Filmtage-Chef Heinz Badewitz ist tot: ein leidenschaftlicher Kämpfer für das deutsche Kino. Mitbegründer und Leiter der Internationalen Hofer Filmtage. Moritz Holfelder blickt zurück auf die Anfänge 1967.“
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BLICKPUNKT:FILM

„Jetzt ist der deutsche Film um einiges ärmer und wir ziemlich allein gelassen.“ Margret Köhler
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CINEBULLETIN

„Viele von uns kannten ihn und für so manche(n) war er wichtig. Überraschend – aber bezeichnender Weise an einem Filmfestival – ist Heinz Badewitz […] verstorben.“ Felix Tissi
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Deutsche Welle

„Er war eine legendäre Gestalt des deutschen Films. Der Leiter des Festivals im fränkischen Hof gilt als einer der Wegbereiter des deutschen Filmnachwuchses. Er wurde 74 Jahre alt.“ Jochen Kürten
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Frankenpost

„Abschied von der Seele der Hofer Filmtage – Enthusiasmus und Empathie – damit hat Heinz Badewitz Filme und ihre Macher gefördert. Auf der Trauerfeier sind sich alle einig: Er hinterlässt eine große Lücke.“ Ann-Kristin Schmittgall
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Glanz&Elend - Literatur und Zeitkritik

„Der Heinz – Zum Tod des Spiritus Rector der Hofer Filmtage“ Wolfram Schütte
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Süddeutsche Zeitung

„Heinz Badewitz ist tot – Der Festivalleiter war einer der Väter der Hofer Filmtage. Dokumentar- und Spielfilme waren ihm gleichermaßen wichtig.“ Rainer Gansera
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DER TAGESSPIEGEL

„Mister ‚Home of Films‘ starb auf Filmfest in Graz – Mit den Hofer Filmtagen wollte deren Gründer Heinz Badewitz im Herbst 50. Jubiläum feiern. Nun ist der dienstälteste Filmfestivalchef der Welt mit 74 Jahren überraschend gestorben.“ Christiane Peitz
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tvo - Fernsehen für Oberfranken

„Trauerfeier für Heinz Badewitz in München: ‚Er war die Lokomotive des Deutschen Films‘ – Emotionale Rede von Tom Tykwer zum Tod von Heinz Badewitz“
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„Filmtage-Macher Heinz Badewitz ist tot – Gründer der Filmtage verstirbt plötzlich und unerwartet mit 74 Jahren“
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DIE WELT

„Bidde schalden Sie Ihre Mobildelefone aus – Ohne die Hofer Filmtage wäre der Neue Deutsche Film nie erfunden worden. Heinz Badewitz hat das Festival in den Sechzigerjahren begründet. Nun ist er gestorben. Ein Nachruf auf einen Pionier.“ Hanns-Georg Rodek
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Farewell, Heinz

Mit großer Trauer teilen wir mit, dass HEINZ BADEWITZ, Gründer und Seele der Internationalen Hofer Filmtage, plötzlich und unerwartet verstorben ist.

Heinz wurde mitten aus dem Leben gerissen, bei dem, was er am liebsten tat und wofür sein Herz schlug: Filme sichten, neue Talente entdecken und sich mit den Filmemachern austauschen. Er verstarb am 10. März 2016 im Alter von 74 Jahren während seines Besuchs der „Diagonale – Festival des österreichischen Films“ in Graz.

„Wir brauchen keine Stars, wir machen sie.“

Unser größtes Anliegen wird es sein, sein Lebenswerk fortzuführen und die 50. Internationalen Hofer Filmtage in seinem Sinne im Oktober 2016 stattfinden zu lassen. Wir trauern mit seiner Familie. „Farewell, Heinz!“ sagt das Team der Internationalen Hofer Filmtage.