Crowdfunding-Aktion für galeriehaus hof gestartet

Seit nunmehr fast 50 Jahren besteht das galeriehaus im Herzen Hofs in seiner heutigen Form. Von seiner Eröffnung an etablierte es sich als Ort, an dem Künste und Geselligkeit aufeinandertreffen. Auch Heinz Badewitz gehörte zu den Stammgästen des galeriehaus und war ein enger Freund des 2016 verstorbenen Wirts Werner Weinelt.

Der Cine Center Hof e.V. möchte als Organisationsverein der Hofer Filmtage seine Keimzelle in Weinelts Tradition fortführen. An diesem einzigartigen Ort soll auch weiterhin bildender und darstellender Kunst, Musik und Literatur Raum gegeben werden. Dazu die Vorsitzenden des Cine Center Hof e.V., Ana Radica und Andreas Walter:

„Hierfür konnten wir als Wirt Michael Böhm, einen engen Vertrauten Werner Weinelts, gewinnen. Uns ist viel daran gelegen, das galeriehaus weiterhin als kulturelle Instanz und im Geiste der Filmtage-Tradition zu erhalten. Deshalb möchten wir das günstig zum Verkauf stehende Gebäude erwerben und partiell renovieren.“

Dafür benötigt der Cine Center Hof e.V. Ihre Hilfe! Bis Ende Januar können Sie das Projekt über eine » Crowdfunding-Aktion der VR Bank Bayreuth-Hof eG finanziell unterstützen.

Filmtage Katalog Nr. 51

Die komplette Vielfalt des Programms der Internationalen Hofer Filmtage erleben Sie – außer im Kino – in der 51. Ausgabe des Filmtage-Katalogs. Auf 272 Seiten finden Sie alle Infos über die 127 Festivalfilme – ausführlich, illustriert und mit Statements der Filmemacher.

Den Filmtage-Katalog erhalten Sie zum Preis von 12 Euro bei

Bahnhofsbuchhandlung, Bahnhofsplatz 12, Hof
Buchgalerie im Altstadt-Hof, Altstadt 36, Hof
Buchhandlung Kleinschmidt, Ludwigstraße 13, Hof
Buchhandlung Rupprecht, Altstadt 15, Hof
Central Kino, Altstadt 8, Hof
Thalia, Altstadt 43, Hof
Zigarren Wagner, Altstadt 7, Hof

Sondervorstellung: ICH, JUDAS

Judas. Seine Name ist Verrat: Seine Geschichte ist eine Schulde ohne Vergebung. Er ist der einzige Feind, für den es keine Liebe gibt, der Meistgehasste, Meistverfolgte und Verteufelte: Judas, der Jünger Jesu, der Gottes Sohn mit seinem Kuss verrät und ans Kreuz liefert.

Ben Becker übernimmt seine Rolle. Er begibt sich in den Bannstrahl eines zweitausend Jahre alten Fluchs und verteidigt Judas mit einem Text von Walter Jens, nach dem nichts mehr ist wie es scheint.

In 2016 kam Ben Becker die Idee, „ICH, JUDAS“ aufzeichnen zu lassen, um „seinen“ Judas einem breiteren Publikum näher bringen zu können. Gleich zwei renommierte Film-Produktionsfirmen, Apollo-Film und Rekord Film, konnte Ben Becker für sein Projekt gewinnen und mit dem jungen, deutsch-türkischen Regisseur Serdar Dogan den idealen Mitstreiter für die Umsetzung seiner Film-Idee finden.

Die Sondervorstellung von ICH, JUDAS:
151 | SO | 11:00 Uhr | Central

Aufzeichnung aus dem Berliner Dom vom 18.03.2017
Regie & Inszenierung: Ben Becker
Filmregie: Serdar Dogan
Farbe | 87 min | D | 2017
Stereo | dt. OF

Sondervorstellung: MONTRAK

In Deutschland verschwinden immer mehr Menschen. Hinter den mysteriösen Vermisstenfällen stecken aber keine vermuteten Wolfsangriffe, sondern Vampire, die ihren Ursprung im Mittelalter haben. MONTRAK, ein einstiger Burggraf, wird durch einen von Luzifer verwandelten Ring zum Vampir-Dasein verdammt. Als er von den Menschen gejagt wird, bleibt ihm keine andere Wahl als sich töten zu lassen, damit der Mythos Vampir in Vergessenheit gerät.

Doch MONTRAKs Untertanen erschaffen im Geheimen einen neuen Vampirmeister, der in der Zukunft das Land mit seiner Armee endgültig ins Chaos stürzen soll. Nur eine kleine Gruppe von Menschen stellt sich ihnen in den Weg …

Die Sondervorstellung von MONTRAK:
152 | SO | 13:00 Uhr | Central

Regie: Stefan Schwenk
Spielfilm | D | 2017
Farbe | 122 min
Stereo | dt. OF m. engl. UT

Neues vom Deutschen Film

Mit 40 Langfilmen, davon sechs Ko-Produktionen, zeigen die deutschen Produktionen ihre Stärke bei den 51. Internationalen Hofer Filmtagen 2017. Die Filmemacher beschäftigen sich mit Themen, die sich rund um das Leben drehen, sei es aus einer inneren Perspektive heraus oder aus dem Blickwinkel des Beobachters; es geht um Flüchtlinge, um Selbstbestimmung, Erwachsenwerden oder um starke Frauen, um das Leben miteinander und den damit verbunden Schwierigkeiten.

Wir stellen Ihnen gerne einige Highlights aus dem Spielfilmprogramm vor:

VOLLMOND von Andreas Arnstedt ist bereits ist sein vierter Film, der in Hof Premiere feiert. Arnstedt erhielt 2014 den Förderpreis Deutsches Kino für seinen Film „Der Kuckuck und der Esel“. Mit seinem neuen Film erzählt er die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte von Lara Wildner, einer jungen Frau, die unter einem traumatischen Erlebnis leidet und ihre Umwelt immer wieder vor den Kopf stößt. In den Hauptrollen Elzemarieke de Vos, Oliver Stokowski, Stephan Grossmann.

MACHT EUCH KEINE SORGEN von Emily Atef erzählt von Liebe und Misstrauen und deren gesamter Umgebung, die es geschafft hat, ihren Sohn aus den Fängen des IS wieder nach Hause zu holen. Doch der Freude über die Heimkehr weicht zunehmendes Misstrauen gegenüber der tatsächlichen Gesinnung des eigenen Sohnes. Mit Jörg Schüttauf, Ulrike C. Tscharre, Leonard Carow und Leonard Scheicher.

BRUT von Constantin Hatz, Preisträger Förderpreis Deutsches Kino 2015 für „Fuge“, bildet den Abschluss seines Mutter-Kind-Beziehungs-Zyklus. Erneut zeigt er den Versuch eines jungen Menschen sich von der dominanten Mutter zu lösen.

THE YEAR I LOST MY MIND von Tor Iben erzählt von Tom, der sich während einer seiner Einbruchtouren in sein Opfer Lars verliebt. Von nun an beginnt Tom Lars heimlich zu verfolgen und zu beobachten. Dabei verstrickt er sich in ein Labyrinth der Leidenschaften.

BREAKDOWN IN TOKYO von Zoltan Paul schickt den Regisseur Lászlo auf einen Road Trip durch Tokyo auf der Suche nach seiner Ex-Geliebten, die sich aus enttäuschter Liebe an ihm rächen will und mit den Produktionsdaten verschwunden ist. Aber eigentlich wollte Lászlo die Tour der Band seines Sohnes, PeroPero, begleiten, statt sich Hals über Kopf zu verlieben.

WALDLUST von Axel Ranisch schickt die Kommissarin alias Ulrike Folkerts und ihre Kollegen auf ein Fortbildungsseminar in ein abgelegenes Hotel im Schwarzwald. Selbstredend, dass die seltsamen Vorgänge in diesem abgehalfterten Hotel die Neugierde der Kommissare wecken. Axel Ranisch gehört fast schon zu den Hofer „Veteranen“ und präsentiert sein sechstes Filmprojekt.

DER GESCHMACK VON LEBEN von Roland Reber geht der Frage nach, „Wonach schmeckt das Leben?“. Roland Reber als einer der wenigen deutschen Independent-Filmer, der mit seiner Truppe unkonventionell, rasant und unangepasst Filme realisiert, hat darauf eine ganz einfache Antwort.

NAOMIS REISE von Frieder Schleich erzählt in seinem dritten Film über Migration von einem Mordprozess an einer jungen Frau aus Südamerika vor dem Hintergrund des versteckten Frauen- und Heiratsmarkts. Es geht um Rechtsprechung und Objektivität im deutschen Rechtssystem.

REWIND von Johannes F. Sievert schickt den Kommissar Richard Landers auf eine Science-Fiction Zeitreise, die ihm helfen soll, einen Mordfall aufzuklären, aber auch seine eigene Vergangenheit aufzuarbeiten. In den Hauptrollen Alex Brendemühl, Max von Pufendorf und Sylvia Hoeks.

GATEKEEPER von Lawrence Tooley zeigt anhand einer ungewöhnlichen Beziehung zwischen einer reichen Galeristin und einem Migranten die Machenschaften von Menschenhändlern auf, aber der Film macht auch deutlich, dass zu dem Thema Emigration eigentlich keine Fragen erwünscht sind.

AUFBRUCH INS UNGEWISSE von Kai Wessel erzählt in einer nicht genau bestimmten Zukunft von der Flucht einer Familie aus dem totalitären Deutschland nach Südafrika, wo sie Asyl beantragen. Mit Fabian Busch und Maria Simon in den Hauptrollen.

HoF PLUS

Film bedeutet immer auch Diskussion um und über den Film. Mit HoF PLUS legen die 51. Internationalen Hofer Filmtage in diesem Jahr einen besonderen Fokus auf brandaktuelle Themen der Branche und stellen neben den bereits etablierten Club-Gesprächen mit Kreativen viel Spannendes, Interessantes und zu Entdeckendes bei diesem neuen Rahmenprogramm vor.

Den Auftakt macht am Mittwochnachmittag, 25.10.2017 der Bundesverband Schauspiel mit dem Thema KEINE GAGE, DAFÜR LECKERS CATERING – Schauspiel-Engagements in Hochschul- und Debütfilmen.

Donnerstag, 26.10.2017 steht ganz im Zeichen der Digitalisierung in der Filmwelt. Dabei geht es zum einen um die Distribution. Vor diesem Hintergrund werden Begriffe des transaktionalen Geschäftes wie TVOD, EST, SVOD erläutert wie auch das Portal INDIEswitch – DAS VOD PORTAL AN DER SEITE DER KINOS vorgestellt. Zum anderen bietet die Digitalität neue Möglichkeiten in der Produktion. So entführt uns ARRI MEDIA GmbH in VIRTUELLE WELTEN. An zwei Ausprobierstationen kann der Zuschauer einen Tag Virtual und Augmented Reality hautnah erleben.

Am Freitagnachmittag, 27.10.2017 diskutiert ein hochkarätig besetztes Panel unter dem Titel JÄGER DES VERLORENEN ZUSCHAUERS Themen rund um Filmverleih und -auswertung. Es geht nicht nur darum, warum erfolgreiche Festivalfilme nicht den Weg ins Kino finden, sondern auch um die Frage nach alternativen Wegen der Vermarktung. Ein sehr aktuelles Thema.

„Kino lebt mehr denn je. In erster Linie sind das selbstverständlich die Filme, die wir für die diesjährigen Hofer Filmtage ausgewählt haben. Zusätzlich greifen wir mit HoF PLUS Themen auf, die in Teilen sehr kontrovers diskutiert werden. Aber das ist HoF. Wir machen die Augen auf, schauen in die Zukunft und suchen nach Lösungen. Das wird spannend!“ Thorsten Schaumann

Die Veranstaltungen im Überblick:

Mittwoch 25.10.2017

KEINE GAGE, DAFÜR LECKERES CATERING – Schauspiel-Engagements in Hochschul- und Debütfilmen
14.30 – ca. 16.30 Uhr Paneldiskussion – Fabrikhalle HofTex

Auf dem Podium sitzen u.a. Simone Wagner, Bundesverband Schauspiel, Bernhard F. Störkmann, Bundesverband Schauspiel, Christian Knie, Regisseur, Ulrich Aselmann, die film, Stephen Sikder, Dream Team sowie Julia Bezzenberger, Verband der Agenturen. Die Moderation liegt bei Urs Spörri, Kultur-Event.

Die Teilnehmer werden sich mit den Folgen der Einführung des Mindestlohngesetzes im Jahr 2015, in dem in den Schauspiel-Verträgen für Hochschulfilme das Wort Gage durch das Wort Ehrenamt ersetzt wurde, befassen.

Donnerstag 26.10.2017

INDIEswitch – das VOD Portal an der Seite der Kinos
11.00 bis ca. 12.30 Uhr Gesprächsrunde – Café Rossini – Veranstaltung für akkreditierte Fachbesucher

Begriffe des transaktionalen Geschäftes werden diskutiert sowie Begriffe wie TVOD, EST, SVOD erläutert, die immer wieder fallen und nicht wirklich einheitlich verwendet werden. Gleichzeitig werden Jürgen Fabritius und seine Kollegen Jochen Kröhne sowie Michael Bischoff „INDIEswitch – das VOD Portal an der Seite der Kinos“ vorstellen, das im Dezember 2017 online geht.

ARRI – ENTFÜHRUNG IN VIRTUELLE WELTEN
Fabrikhalle HofTex
11.00 – 14.30 Uhr Hautnah erleben: Zwei VR und AR Ausprobierstationen
14.30 – ca. 15.30 Uhr Virtuelle Welten – ein Vortrag mit Praxisbeispielen
15.30 – ca. 17.00 Uhr Hautnah erleben: Zwei VR und AR Ausprobierstationen

Ozan Saltuk, Junior Unity Programmierer von ARRI Media GmbH, referiert über das Thema und demonstriert an Praxisbeispielen Virtual und Augmented Reality.

Freitag 27.10.2017

JÄGER DES VERLORENEN ZUSCHAUERS
14.30 – ca. 16.00 Uhr Paneldiskussion – Fabrikhalle HofTex

Panel mit den Gästen: Andreas Arnstedt, Regisseur und Produzent Questionmark Entertainment, Andreas Rothbauer, Picture Tree, Fabian Wolfart, Pantaflix, Christian Pfeil, Arena Filmtheaterbetriebs GmbH, Christoph Ott, NFP marketing und distribution GmbH, Dr. Klaus Schaefer, FFF Bayern. Die Moderation hat Alfred Holighaus, Präsident der SPIO übernommen.

Es werden Fragen diskutiert, warum erfolgreiche Festivalfilme nicht den Weg ins Kino finden, wie durch alternative Strategien dem Zuschauer Anreiz geschafft werden können, Filme abseits vom Mainstream im Kino zu sehen, und wie digitale Abrufplattformen einen durchaus interessanten Weg zum Zuschauer bilden könnten.

Das Jahr der Neuentdeckungen

Die 51. Internationalen Hofer Filmtage 2017 setzen in diesem Jahr unter dem neuen künstlerischen Leiter, Thorsten Schaumann, einen besonderen Fokus auf junge Filmemacher und Filmemacherinnen. Der Jahrgang ist stark an Neuentdeckungen, an Themen, die aus dem Leben gegriffen sind, an politisch aktuellen Geschichten und Stories um starke Frauen.

„Der deutsche Film ist breit aufgestellt. Das ist echt spannend, mit welchen Themen sich die jungen Regisseure beschäftigen. Da geht es um soziales Engagement, um wildes Partyleben, um Selbstbestimmung und um aktuelle gesellschaftspolitische Probleme. Wir haben auf jeden Fall eine Menge Überraschungen in diesem Jahr.“ Thorsten Schaumann

Gerne stellen wir Ihnen eine erste Auswahl vor:

AVA von Sabine Nawrath zeigt den Ehrgeiz einer jungen Leistungssportlerin vor dem Hintergrund ihrer privaten Trauer.

DECKNAME JENNY von Samira Fansa erzählt mit einem Augenzwinkern die fiktive Geschichte von jungen Aktivisten und ehemaligen Militanten, von Menschen, die sich nicht mit einer Festung Europa abfinden wollen.

FREIHEIT von Jan Speckenbach, der bereits 2008 und 2009 mit Kurzfilmen in Hof vertreten war, geht der Frage nach, wie viel ist Freiheit wert und was bedeutet überhaupt Glücklichsein und Freiheit?

LA DEUTSCHE VITA von Nicolas Clasen portraitiert das wilde Partyleben dreier Freunde, die aber im Grunde auf der Suche nach dem Weg fürs Leben sind. Jeder tut dies auf seine Art, kommt aber nicht immer mit den Anforderungen des Lebens klar. In den Hauptrollen spielen Frederick Lau, Andreas Bichler und Max Rothbart.

LUX, KRIEGER DES LICHTS von Daniel Wild begleitet den Real Life Superhero Lux bei seinem alltäglichen Kampf für eine bessere Welt. Als ein Filmteam auf ihn aufmerksam wird, bleibt nichts mehr wie es war, und alles verkehrt sich ins Gegenteil. Die Hauptrolle des Superhelden spielt Newcomer Franz Rogowski.

SOMEWHERE IN TONGA von Florian Schewe begibt sich ins Königreich Tonga, wo Wolski, ein Sozialpädagoge, einem kriminellen Jugendlichen eine Chance geben will,. Sie ziehen zusammen auf eine unbewohnte Insel, aber die Situation eskaliert. Doch Wolski lässt nicht locker. Spannend erzählt und basierend auf einer wahren Geschichte.

VON KOMISCHEN VÖGELN von Eike Weinreich erzählt von dem Versuch, eigene Wertungen und Vorurteile in einer durchmoralisierten Gesellschaft abzubauen und einen anderen Lebensweg einzuschlagen.

ZWISCHEN SOMMER & HERBST von Daniel Manns schildert eine ungewöhnliche Begegnung von zwei jungen Frauen, und inmitten eines intimen Umfelds entwickelt sich eine spannende Liebesgeschichte.

MOVIES: Galeriehaus zeigt Bilder von Bernhard Springer

Das Galeriehaus zeigt mit dem Münchner Filmemacher und Künstler Bernhard Springer einen „vom Fach“. Er präsentiert mit seiner Ausstellung MOVIES Bilder vom Film und dessen Umfeld. In der Regel fertigt er seine Bilder nur mit Sprühdose und Lackrolle und bei den gezeigten Arbeiten in Acryl auf Wellpappe an. Sie konfrontieren den Betrachter mit Ausschnitten, Schlüsselszenen und eigenwilligen, interpretierten Ansichten.

Galeriehaus, Sophienberg 28, Hof
Die Ausstellung läuft bis Ende November, täglich 20:00 bis 1:00 Uhr.

Springer zeigt nicht nur die Darsteller, auch das Umfeld der Macher: Die motion pictures people, von den Einheimischen „movies“ genannt, waren in der Gründerzeit von Hollywood nicht eben beliebt. Als Anfang der 1910er Jahre immer mehr unabhängige Filmproduktionen von New York an die Westküste nach Kalifornien umzogen, war unter den verschiedenen Orten, an denen sie drehten, auch der kleine Ort Hollywood. Der zählte damals nur ein paar tausend Einwohner und hatte neben einem Sheriffbüro und einer Poststelle nur ein Hotel. In dieser Zeit inszenierten die Filmteams ihre Actionszenen auch im Ort.

Die Bewohner waren anfangs nicht sehr begeistert über die Verfolgungsjagden auf ihrer Mainstreet und die ausgelassenen Gelage nach Drehschluss. In manchen Kneipen hingen als Hinweis auf die unerwünschten Kunden Schilder mit der Inschrift: „No movies“, jetzt der Titel eines Bildes, das Springer eigens für die Ausstellung angefertigt hat und damit die wahre Herkunft des Wortes „movie“ aufdeckt.

» Mehr Infos über NO MOVIES

Tony Gatlif: Retrospektive bei den 51. Internationalen Hofer Filmtagen

Das Portrait 2017 ist dem französischen Regisseur, Drehbuchautor und Komponisten Tony Gatlif gewidmet. Bekannt wurde Gatlif mit Filmen wie VENGO (2000) oder EXILS (2004), TRANSYLVANIA (2006) und GERONIMO (2014). Seine Filme handeln vom Leben der Sinti und Roma, ihrer Verfolgung und gesellschaftlichen Ausgrenzung. „Man sollte die Roma endlich in Ruhe lassen und ihnen die Möglichkeit geben, genug zum Leben zu verdienen, wie allen anderen Europäern auch, und man sollte mit den Vorurteilen aufhören“, sagt Tony Gatlif. Eine wichtige Rolle in seinen Filmen spielt auch die Musik, nicht nur der Rembetiko, sondern insbesondere die Gipsy Music, nicht zuletzt aufgrund seiner Herkunft.

Tony Gatlif wurde 1948 in Algerien geboren, seine Mutter war Roma, sein Vater Kabyle, ein algerischer Berber. Beide Kulturen beeinflussen sein filmisches Schaffen bis heute und sind Triebkraft für seine Filme. In den 1960er Jahren ging Gatlif nach Frankreich, wo er bis heute lebt. Seine Filme wurden auf viele Festivals eingeladen, so auch nach Cannes, wo er für EXILS 2004 den Preis für die beste Regie entgegennehmen konnte. 2011 wurde er mit dem Prix Henri-Langlois für Menschlichkeit und Engagement geehrt. 2016 erhielt er den Human Rights Film Festival Award in San Sebastian.

In Hof präsentiert Tony Gatlif nicht nur die Retrospektive, sondern auch sein neuestes Werk DJAM zusammen mit der Hauptdarstellerin Daphne Patakia (Titelfoto). Die junge Griechin Djam wird von ihrem Onkel nach Istanbul geschickt, um ein seltenes Ersatzteil für ein Boot zu besorgen. Dort trifft Djam auf die 19-jährige Französin Avril, die in die Türkei kam, um dort in der Flüchtlingshilfe zu arbeiten. Doch ohne Geld und Kontakte ist die junge Frau verloren. Die freche, freiheitsliebende, ebenso großzügige wie unberechenbare Djam nimmt sie unter ihre Fittiche, und so beginnt eine Reise voller Hoffnungen und wundervoller Begegnungen, mit großartiger Musik und Freude am Teilen. MFA+ Film startet DJAM Anfang 2018 in den Kinos.

Die Filme der Retrospektive

LES PRINCES
Spielfilm 1983, mit Gérard Darmon, Muse Dalbray, Concha Tavora, u.a.
Nara, ein Rom, lebt mit seiner Tochter Zorka und seiner alten Mutter in einer verwahrlosten Sozialbausiedlung am Rande von Paris und bringt seine Familie mit kleinen Machenschaften durch. Seine Frau Miralda hat er vor kurzem aus der Wohnung geworfen, weil sie gegen seinen Willen die Pille genommen hat. Aber da tauchen Miraldas Brüder auf und wollen Nara zur Rede stellen.

LATCHO DROM – GUTE REISE
Dokumentarfilm 1993
Tony Gatlif folgt den Roma über ein Jahr lang in verschiedene Länder, von Indien bis Ägypten und zeichnet ein Bild ihres Nomadentums, ihrer Kultur, ihrer Tradition, ihrer Musik und ihres Tanzes. Es ist aber auch ein Film über ihre Sehnsüchte und den Kampf ums Überleben.

GADJO DILO – GELIEBTER FREMDER
Spielfilm 1997, mit Romain Duris, Rona Hartner, Izidor Servan, u.a.
César für die beste Filmmusik 1999
Der junge Pariser Stéphane reist nach dem Tod seines Vaters nach Rumänien, um die legendäre Romani-Sängerin Nora Luca zu finden, von der sein Vater ihm so viel erzählte. Eines Nachts begegnet er dem alten Izidor, der ihn als Oberhaupt des Clans in sein Dorf mitnimmt; er ist entschlossen, dem jungen Mann richtig Romani beizubringen. Und langsam findet Stéphane in dieser sehr verschlossenen, von Misstrauen geprägten Welt seinen Platz und lernt die wahre Bedeutung von Toleranz kennen.

VENGO
Spielfilm 2000, mit Antonio Canales, Antonio Dechent, Bobote u.a.
César für die beste Filmmusik 2001
Mitten in den maurischen, staubigen Dörfern Andalusiens spielen sich gewalttätige Familienfehden ab. Caco, Patriarch der Familie, kann den Tod seiner Tochter nicht überwinden. Trost sucht er in rauschenden Musikfesten und heißen Flamenco-Rhythmen sowie in der Liebe zu seinem behinderten Neffen. Als Caco seinen Bruder an einen konkurrierenden Clan verraten soll, gerät er in einen inneren Konflikt.

SWING
Spielfilm 2002, mit Oscar Copp, Lou Rech, Tchavolo Schmitt, Mandino Reinhardt, u.a.
Der zehnjährige Max verbringt die Ferien bei seiner Großmutter, einer seßhaften Sinti, die am Stadtrand von Straßburg lebt. Die Begegnung mit dem virtuosen Gitarrenspiel des Rom Miraldo verändert sein Leben.

EXILS
Spielfilm 2004, mit Romain Duris, Lubna Azabal, Zouhir Gacem, u.a.
Preis für die beste Regie Cannes 2004
Zano und seine Freundin Naïma machen sich auf den Weg nach Algerien, um das Land ihrer Eltern kennenzulernen. Nur mit Musik im Gepäck wandern sie von einer Begegnung zur anderen, vom Techno-Rhythmus zum Flamenco, und Etappe für Etappe den Weg zurück, den so viele aus der Generation ihrer Eltern ins Exil in den Norden angetreten haben.

TRANSYLVANIA
Spielfilm 2006, mit Asia Argento, Amira Cesar, Briol Ünel, u.a.
Zingarina reist zusammen mit ihrer Freundin Marie von Frankreich nach Transylvanien, um ihren Freund Milan zu finden, von dem sie schwanger ist. Als sie ihn findet, muss sie enttäuscht feststellen, dass Milan nicht abgeschoben wurde, sondern sie verlassen hat. Zingarinas Reise nimmt eine andere Wendung.

GERONIMO
Spielfilm 2014, mit Céline Sallette, Rachid Yous, David Murgia, u.a.
Geronimo, ein junger Sozialpädagoge, bemüht sich, die Spannungen zweier Jugendbanden in St. Pierre zu schlichten. Als ein türkisches Mädchen vor einer arrangierten Ehe zu ihrem Rom Freund flieht, bricht die Feindseligkeit zwischen den beiden Clans während eines Musikturniers wieder auf.

Die 51. Internationalen Hofer Filmtage 2017 eröffnen mit DREI ZINNEN

Die 51. Internationalen Hofer Filmtage eröffnen am 24. Oktober 2017 mit dem Film DREI ZINNEN von Jan Zabeil („Der Fluss war einst ein Mensch“). Die deutsch-italienische Produktion war der große Publikumsliebling des diesjährigen Locarno Filmfestivals und Gewinner des Variety Piazza Grande Award 2017.

In den Hauptrollen wunderbar besetzt mit Alexander Fehling und Bérénice Bejo, ist DREI ZINNEN ein ergreifendes Drama, das sich an den Südtiroler Dolomiten abspielt: DREI ZINNEN erzählt die Geschichte von Aaron, der mit seiner Freundin Lea und ihren Sohn Tristan eine Reise in die Berge macht, auf der die Beziehungen zueinander unerwartet auf die Probe gestellt werden.

„Mit DREI ZINNEN stellt Jan Zabeil erneut sein großartiges Talent als Filmemacher unter Beweis. Mit feinen und leisen Tönen baut er eine Spannung auf, der man sich als Zuschauer nicht entziehen kann. Die Darsteller als auch die Kamera vermitteln eine trügerische Leichtigkeit in diesem dramatischen Bergtrip einer jungen Patchworkfamilie. Das ist einfach toll im Kino anzuschauen. Ich freue mich sehr, dass Jan Zabeils DREI ZINNEN unser Home of Films in der 51. Festivaledition eröffnet.“ Thorsten Schaumann, der neue künstlerische Leiter der Internationalen Hofer Filmtage

DREI ZINNEN ist der zweite Film des Absolventen der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, Jan Zabeil, und eine Produktion der Rohfilm Productions (Germany) und der Echo Film (Italien). NFP marketing & distribution GmbH startet den Film am 01. Februar 2018 in den Kinos.

Thorsten Schaumann

Thorsten Schaumann neuer künstlerischer Leiter der Internationalen Hofer Filmtage

Thorsten Schaumann übernimmt offiziell zum 01. September 2017 die künstlerische Leitung der Internationalen Hofer Filmtage. Bereits im vergangenen Jahr kuratierte er zusammen mit Linda Söffker und Alfred Holighaus das Programm der 50. Hofer Filmtage.

Thorsten Schaumann, 1968 geboren, bringt langjährige Erfahrung in der Branche mit. Durch seine Tätigkeit bei Bavaria Film International verfügt er über nationale und internationale Kontakte zu Weltvertrieben, Verleihern und Produzenten. Dort war er zuständig für Verkauf und Betreuung deutscher und internationaler Filme wie Helmut Dietls ROSSINI, Tom Tykwers LOLA RENNT, Wolfgang Beckers GOOD BYE LENIN!, Caroline Links NIRGENDWO IN AFRIKA, Sönke Wortmanns DAS WUNDER VON BERN, Fatih Akins GEGEN DIE WAND, Hans-Christian Schmids REQUIEM, Volker Schlöndorffs DIE STILLE NACH DEM SCHUSS‚ Doris Dörries KIRSCHBLÜTEN – HANAMI und Aki Kaurismäkis DER MANN OHNE VERGANGENHEIT. In dieser Zeit knüpfte Thorsten Schaumann auch enge Kontakte zu den Filmemachern und entwickelte ein Gespür für den filmischen Nachwuchs und den Autorenfilm. Dies konnte er während seiner Kuratorentätigkeit im letzten Jahr unter Beweis stellen.

Er war Vorstandsmitglied des Verbandes Deutscher Filmexporteure sowie Gründungsmitglied der European Film Export Association mit Sitz in Paris. Zudem bringt er als diplomierter Wirtschaftswissenschaftler kaufmännisches Verständnis mit.

Zurzeit arbeitet Thorsten Schaumann noch als Director of Acquisitions Digital Rights & Rights Coordination bei Sky Deutschland. Während seiner langjährigen Tätigkeit für die Firma hat er wichtige Erfahrungen in den Bereichen Filmrechte, Lizenzen, Einkauf sowie der Vermarktung, vor allem auf dem Feld Neue Medien, gewonnen. Eine Ausrichtung, auf die die Hofer Filmtage in der Zukunft einen Schwerpunkt setzen werden.

„Wir freuen uns sehr, Thorsten Schaumann für die künstlerische Leitung der Hofer Filmtage gewonnen zu haben. Er bringt nicht nur die richtigen Voraussetzungen und Kompetenzen mit, vielmehr ist er auch ein langjähriger Freund der Filmtage und wird das Filmtageteam bestens in dieser leitenden Funktion ergänzen. Wir sind sicher, mit ihm zusammen das Erbe von Heinz Badewitz weiterführen zu können.“ Ana Radica, Vorstand Cine Center Hof e.V.

Thorsten Schaumann zur Seite steht das Team, das schon lange im Hintergrund an den Filmsichtungen beteiligt war und sich auch im vergangenen Jahr bewährt hat: Rudy Tjio, Inge Hagedorn und Martin Scheuring.